Wanderung durch den westlichen Sarek

Von Kvikkjokk zum Pårtetjåkkå Observatorium, Luohttoláhko-Ebene und Alkavare Kapelle

19. Tag: Vállevárre-Seen · Prinskullen · Kvikkjokk

Über den Prinskullen nach Kvikkjokk

Um 5:00 Uhr wache ich auf. Ich will zwar früh los, aber das ist mir dann doch zu früh. Kurz nach 6:00 Uhr scheint die Sonne ins Zelt und ich stehe auf. Einpacken geht ohne das ganze Essen schnell. Um 7:45 Uhr mache ich mich auf die letzte Etappe. Eine Rentierherde kommt mir entgegen. Wenig später sehe ich den Grund. Zwei Wanderer sind ebenfalls früh unterwegs und kommen mir entgegen. Allerdings ist der Abstand so groß, dass wir uns nur zuwinken. Am anderen See steht noch ein Einzelzelt. Zum Glück taten mir gestern die Füße weh und ich bin am oberen See geblieben.

Pfad nach Kvikkjokk mit Prinskullen und SakkatPfad nach Kvikkjokk mit Prinskullen und Sakkat

Um 9:00 Uhr bin ich auf der höchsten Erhebung und habe damit die ersten drei Kilometer geschafft. Es geht wie erhofft zügig voran. Ich gerate auf die falsche Seite der Rengårde und der Weg am Zaun entlang führt mich zwar auch nach unten aber irgendwie nicht in die erwartete Richtung. Zum Glück gibt es eine Lücke im Zaun und ich kann die Seite wechseln. Ich kann nun einem ausgetretenen Pfad folgen.

Ich komme an eine Weggabelung. Ich bin irritiert und entscheide mich für den schwächer ausgetretenen Pfad auf den Bergrücken entlang. Die Richtung stimmt und nach einer weiteren Stunde bin ich am Prinskullen. Ich mache eine Pause und besteige den Felsen. Beim Abstieg sehe ich den zweiten Pfad, welcher an der Nordflanke entlang zum Prinskullen.

Panorama vom Prinskullen
Panorama vom Prinskullen

Nun beginnt der anstrengende Teil des Tages. Der Abstieg vom Fjäll durch den Wald zum Gamájåhkå. Die rund 450 Höhenmeter gehen auf die Knie. Vom Prinskullen geht der Pfad erst über ein paar Felsplatten und an einer Stelle gehe ich fast verkehrt. Erst beim zweiten Blick sehe ich die Trittspuren zwischen den Felsen. Dann taucht der Pfad in den Birkenwald ein. Der steile Teil des Pfades beginnt. Mir kommen drei Schwedinnen entgegen. Sie machen einen Tagesausflug und haben das Boot um 17 Uhr für die Rückfahrt bestellt. Sie erzählen mir sie seien schon eine Stunde unterwegs. Insgeheim hoffe ich sie mögen einfach nur langsam sein, aber der Weg zieht sich. Er ist nun nicht mehr so steil aber nimmt gefühlt kein Ende. Und plötzlich stehe ich auf einer Lichtung. Hier ist der Ursprung von Kvikkjokk. Heute liegt der Ort hauptsächlich am anderen Ufer. Nach wenigen Schritten stehe ich am Bootsanlandeplatz. Es ist 12:15 Uhr perfektes Timing.

Kvikkjokk lag ursprünglich auf der Westseite des GamájåhkåKvikkjokk lag ursprünglich auf der Westseite des Gamájåhkå

Etwas weiter am Ufer liegt ein Boot. Ich vermute es gehört zum Haus auf der Lichtung. Das stimmt auch, denn um 12:40 kommt eine Frau und stellt sich als eine der Bootsführer vor und ob ich nach Kvikkjokk möchte. Natürlich möchte ich. Wenig später kommt sie mit dem Boot und fährt mich nach Kvikkjokk. 90 SEK kostet die Überfahrt. Während sie sich zum Padjelanta aufmacht um die nächsten Wanderer abzuholen, gehe ich hoch zur Fjällstation.

Ich habe Glück und bekomme noch ein Einzelzimmer. Nach so langer Zeit im Zelt gönne ich es mir. Im kleinen Laden kaufe ich mir ein Eis und eine Fanta und buche die Busfahrkarte per App für morgen früh. Um 5:20 Uhr fährt der einzige Bus nach Jokkmokk. Die heiße Dusche ist willkommen. Ich verstaue die stinkende Kleidung im wasserdichten Sack. Zu Abend esse ich in der Fjällstation. Ich entscheide mich für Souvas (geräuchertes Rentier). Als Hauptspeise wähle ich schon traditionell Röding (arktischer Saibling) und da noch Platz ist esse ich auch noch ein Vanilleeis mit Moltebeeren als Dessert. Ich bin satt.

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Bootstranfer in Kvikkjokk

An den Stromschnellen des GamajåhkåAn den Stromschnellen des Gamajåhkå

Um von Kvikkjokk aus zum südlichen Kungsleden oder zum Nordkalottleden bzw. dem Padjelantaleden zu gelangen muss ein Boot über den Sakkat genommen werden. Das selbe gilt für Wanderungen zum Prinskullen. Auch wer über diese Route weiter in den Sarek möchte ist auf ein Boot angewiesen. Björn bietet diesen Dienst zwischen Mai und September an.

Die beiden Flüsse Tarraälven und Gamájåhkå münden am nördlichen Ende in den See und bilden ein Flussdelta mit vielen Armen. Björn kennt diese Landschaft wie sein Westentasche und wer nicht wandern mag, der kann sich gemütlich durch all die Arme von ihm schippern lassen.

Båttrafik i Kvikkjokk

10.2019

Kvikkjokk Fjällstation

Kvikkjokk FjällstationKvikkjokk Fjällstation

Lage: Kvikkjokk, Kungsleden

Lat/Lon: 66°57'13" N, 17°43'10" E Öffne in Lantmateriet.se Öffne in Opentopomap.org

Anzahl Betten: 51-75

Proviantverkauf: ja

Betreiber: STF Svenska Turist Foreningen

10.2019

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