Durch den Stora Sjöfallet und Sarek Nationalpark

Sechswöchige Wildniswanderung in Schwedisch Lappland - Teil 1: Sarek

20. Tag: Zeltplatz am Tjoaltajåhkå · Stuor Dáhtá · Kvikkjokk Fjällstation

Auf nach Kvikkjokk

Der Regen ist vorbei. Die Sonne scheint am Morgen. Ich kann also wieder ein trockenes Zelt einpacken und mich auf den Weg nach Kvikkjokk machen. Es weht kräftig als ich nach zwei Kilometern den See Stuor Dáhtá erreiche. An seinem Ufer soll es auch gute Zeltplätze geben.

Am Ufer des Stuor DáhtáAm Ufer des Stuor Dáhtá

Da der Wind von Nordost bläst schwappen die Wellen allerdings über das Ufer, so dass die Plätze am östlichen Ufer zum großen Teil unter Wasser stehen. Der Weg schlängelt sich zwischen Seeufer und Anhöhe entlang und siehe da, wenig später führt ein Pfad ab. Neugierig folge ich das steile Stück hoch und siehe da, hier oben lässt es sich gut übernachten. Windig ist es jedoch auch.

Der Weg führt nun nicht mehr am Ufer entlang, sondern weiter südlich durch den Wald. Damit ist es windgeschützt und recht warm. Die ersten Wanderer aus Kvikkjokk kommen mir entgegen. Schwer bepackt, werden einige dorthin wandern woher ich komme. Ein bisschen wehmütig denke ich, dass meine Sarekwanderung schon vorbei ist.

Südwestlich des Stuor Dáhtá wird das Gelände nun flacher aber auch sumpfiger. Die Steine vom Vortag sind Vergangenheit. Um 13:00 erreiche ich die Abzweigung nach Pårte. Bei meiner Planung war dies es Option hier wieder zurück in den Sarek zu gehen und dann durch das Njoatsosvágge den Tuottarstugorna am Padjelantaleden zu gelangen. Am Pårtemassiv lag aber immer noch sehr viel Schnee. Beim nächsten Mal.

NjakajåkkåNjakajåkkå

Eine breite stabile Holzbrücke führt über den Njáhkájåhkå. Auch hier finden sich mögliche Zeltplätze. Es ist einer der wasserreichen Zuflüsse des Gamajåhkå, welcher in Kvikkjokk direkt neben der Fjällstation sich über Felsstufen in die Tiefe stürzt. Ab jetzt gilt, je lauter das Rauschen in der Ferne wird, desto dichter komme ich meinem Ziel. Bis dahin sind es noch gute 6,5 Kilometer. Der Weg ist nun teilweise sehr breit und erinnert an einen breiten Spazierweg. Dann kommt wieder Holzstege um ein sumpfiges Stück zu überbrücken. Das Rauschen des Gamajåhkå kling schon recht nah. Einen Kilometer vor der Fjällstation wird es noch einmal richtig sumpfig. Das Wasser steht in einem großen Tümpel auf den Weg. Nachdem ich links den grossen Parkplatz liegen lasse, kommen rechts die roten Gebäude mit der Toreinfahrt der Fjällstation in Sicht.

Kvikkjokk FjällstationKvikkjokk Fjällstation

Ich bin zurück in der Zivilisation und beschließe mich für zwei Nächte einzuquartieren. Ich gönne mir ein Einzelzimmer und erst einmal eine heiße Dusche. Danach wasche ich meine Wäsche. Ich bin im alten Gebäude untergebracht. Auch wenn das Leben nun im neueren Gebäude spielt, ist es hier urig gemütlich.

Abends kann man zwischen Drei-Gänge-Menü und Einzelgerichten wählen. Heute steht Rentier für 390 SEK auf dem Programm, dazu ein Lachs-Tatar als Vorspeise und ein Stückchen Torte zum Dessert. Und so sitze ich um 18:00 Uhr im Restaurant mit einem Amerikaner zusammen und lasse es mir schmecken. Meine Essensbegleitung ist auf dem Kungsleden unterwegs und freut sich genauso wie ich über das knackige Salatbuffet. Ein schöner Abschluss meiner ersten Sarek-Tour.

Das Wetter ist für die nächsten Tage sehr gut vorausgesagt. Die Beine sind etwas steif, aber können mich noch tragen. Es geht mir gut. Morgen beginnt also die Vorbereitung für den Padjelantaleden.

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