Durch den Stora Sjöfallet und Sarek Nationalpark

Sechswöchige Wildniswanderung in Schwedisch Lappland - Teil 1: Sarek

12. Tag: Pass am Vuojnesvárásj · Bierikjávrre · Wat durch den Bielajåhkå · Bielavárásj

Am Bierikjávrre

Die Nacht ist diesmal ruhig. Am Morgen begrüßt mich Nebel. Allerdings wird schnell klar, das heute ein herrlicher Tag ist und blauer Himmel nur eine Frage der Zeit. Als die ersten Sonnenstrahlen durchbrechen lege ich meine Sachen zum Trocknen.

Pass am VuojnesvárásjPass am Vuojnesvárásj
Eine Haarwäsche wäre auch mal gut. Langsam heben sich die Nebelschwaden und die umgebenden Berggipfel des Sarek-Massivs und Ähpár werden frei. Ich gehe ein zweites Mal auf den Gipfel des Vuojnesvárásj. Ein weiter Blick erwartet mich. Zum Abschied kann ich das wolkenfreie Guhkesvágge entlang schauen. Ich will schon wieder gehen, als ich einen Steinadler kreisen sehe.

Es ist schon 12 Uhr als ich meinen schönen Zeltplatz verlasse. So schön es auch ist, ich will das gute Wetter nutzen und nach Möglichkeit heute noch bis zum oberen Rapadalen und zum Ráhpajåhkå hinab schauen. Wer weiß wie die Sicht morgen ist.

Bierikdalen mit dem BierikvárásjBierikdalen mit dem Bierikvárásj

Etwas weiter unter mir verläuft ein Pfad. Das Tal beschreibt eine Linkskurve und das Gelände fällt zum See leicht ab. Statt steil hinab entscheide ich mich für einen langsamen Abstieg. Ich peile einen Wasserfall auf Höhe des Bierikbákte an. Es lässt sich gut über die Wiesen gehen. Bei diesem schönen Wetter mache ich deutlich mehr Fotos. Auch für die Botanik habe ich heute ein Auge. Trotz allem komme ich zügig voran. In etwas Entfernung sehe ich die ersten Menschen seit sechs Tagen. Sie wandern in die gleiche Richtung wie ich.

Am Ufer des Bierikjávrre breitet sich ein großes Schneefeld aus. Zum Glück ist auch am späten Nachmittag der Schnee fest, so dass ich, wie viele vor mir, ein Stück über den Schnee gehen kann.

Über die Pielaebene

Am westlichen Ende des Sees Bierikjávrre beginnt die Pielaebene. Sie liegt auf 800 m und liegt zwischen Sarektjåkkå-, Äpar- und Skårkimassiv. Im Westen wird sie durch das obere Rapadalen begrenzt. Im Osten erstreckt sich der See Bielajávrátja. Um zum Rapadalen am südlichen Ende der Ebene zu kommen muss ich zudem den Bielajåhkå queren. Es gibt dazu zwei mögliche Watstellen. Einmal an der Route von Skárjá ins Basstavágge und die zweite Route weiter westlich ins Rapadalen. Ich will zuerst die leichtere, östliche Stelle probieren und dann querfeldein gehen.

Panorama am Bielajávrátja
Panorama am Bielajávrátja

Auf einem ausgetretenen Pfad, der zur Skárjá-Hütte führt, passiere ich den See Bielajávrátja. Vor mir taucht das Ålkatjmassiv auf. Ich gehe davon aus, dass ich nicht die einzige bin, die aus dieser Richtung kommend ins Rapadalen möchte und hoffe auf einen Pfad, der mich zur Watstelle führt. Die verschlossene Pielastugan kommt in Sicht. Und wenig später treffe ich auf einen schmalen Trampelpfad, der mich vom Hauptweg weg Richtung Fluss führt. Das sieht gut aus und so folge ich der neuen Spur. Gut einen Kilometer vor mir sehe zwei Wanderer, die in die gleiche Richtung gehen und wenig später scheint es, als seien sie am anderen Ufer angekommen. Ich habe noch ein gutes Stück vor mir.

Am Ufer des BielajåhkåAm Ufer des Bielajåhkå

Vorbei an Tümpeln und Feuchtgebieten gelange ich an den Bielajåhkå. Er fließt recht schnell durch eine Engstelle. Es ist hier aber recht tief. Rüber komme ich hier nicht. Ich lauf auf und ab bis ich flussabwärts eine gute Stelle finde. Kleine Steine, eine Insel und dazu klares Wasser, was will ich mehr. Ich teste trotzdem lieber erst einmal mit leichten Gepäck, also mit Kamera und Schuhen um den Hals, und hole dann im zweiten Gang den Rucksack.

Das Wetter ist immer noch schön und so zieht es mich weiter. Auf den direkten Weg zum Ráhpajåhkå breitet sich eine feuchte Ebene aus. Ich orientiere mich lieber etwas nach Südosten und gehen in einem Bogen Richtung der Erhöhung Bielavárásj. Dort angekommen treffe ich auf einen Pfad nach Süden. Auch wenn es schon nach 18 Uhr ist, auf diesen natürlichen Ausguck muss ich natürlich rauf. Auf der anderen Talseite erhebt sich das Ålkatj-Massiv. Im Norden erstrahlt das Ruohtes-Massiv und nach Süden kann ich am Låddebákte vorbei bis zum Alep Stuollo sehen. Nördlich des Hügels steht ein Zelt. Auch für mich wird es langsam Zeit einen Lagerplatz zu suchen.

Blick ins obere Rapadalen und Ruohtes-Massiv
Blick ins obere Rapadalen und Ruohtes-Massiv

Eine viertel Stunde weiter südlich finde ich zwischen Weidegestrüpp einen Zeltplatz. Es ist windgeschützt und unweit der Stelle plätschert ein kleiner Bach mit brauchbaren Trinkwasser. Auch wenn der Pfad ins Rapadalen nur wenige Meter entfernt lang führt, ist das Zelt von diesem kaum zu sehen. Zur Begrüßung zieht ein Adler hoch über mir seine Kreise. Ich komme mit zwei Engländern kurz ins Gespräch, die von einer Gipfeltour auf den Låddebákte kommen. Sie erzählen mir, dass sie schon ein paar Tage hier sind und dies der beste Tag sei. Ihrer Erzählung nach zu urteilen waren die vorherigen Tage nicht so regenreich wie bei mir gewesen.

Zeltplatz mit Blick auf den Sarvatjåhkkå
Zeltplatz mit Blick auf den Sarvatjåhkkå

Ich genieße den sonnigen Abend. Gegenüber thront das Ålkatjmassiv und zweihundert Meter unter mir fließt der Ráhpajåhkå. Zum Abendessen entscheide ich mich für Kartoffelpüree mit warmen Apfelmus und dazu ein Gurkensalat.

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