Hardangervidda-Querung

Trekkingtour über die Hardangervidda von Haukeliseter nach Finse

4. Tag: Simletindvatnet · Øvre Hellevatnet · Hellevassbu · Buadalen · Sigridtjørni · Plateau südlich des Velurenuten

Plateau südlich des Velurenuten

Nach einer ruhigen Nacht wache ich erst kurz nach 8 Uhr auf. Der Himmel ist bewölkt, aber das Zelt trotzdem schon trocken. Kurz vor 10 Uhr bin ich startklar. Ich gehe die wenigen Meter zum Weg zurück. Dieser führt am Flussufer entlang. Nach einer halben Stunde verlasse ich den Borda und wandere an der Westflanke des Simletind entlang ins Sudskar-Tal. Von hier geht es abwärts zum Øvre Hellevatnet, an dessen Nordostufer die Hellevassbu-Hütte liegt.

Sommerbrücke zwischen Øvre und Nedre HellevatnetSommerbrücke zwischen Øvre und Nedre Hellevatnet

Um 11:30 erreiche ich die rund 30 Meter lange Hängebrücke über den Abfluss des Øvre zum Nedre Hellevatnet. An der Hellevassbu-Hütte erwartet mich die Hüttenwartin. Ich unterhalte mich eine ganze Weile mit ihr. Sie gibt mir noch den Tipp mit, nach Aurlandsdalen zu wandern, sollte ich am Ende in Finse noch Zeit haben. Ich verabschiede mich und setzte meinen Weg Richtung Litlos fort. Am nördlichen Ende zweigt der Weg nach Middalsbu ab. Für mich geht es durch das Buadalen hinauf. Immer wenn ich denke die Passhöhe erreicht zu haben, kommt die nächste Steigung in Sicht.

Grasflächen und kleine Schneefelder wechseln sich ab. Kurz vor der Passhöhe auf 1395 Meter Höhe finde ich einen schönen Platz für die Mittagspause. Die Sonne scheint und ein kleiner Bach liefert Wasser. Zeit für eine Instant-Nudelsuppe und Tee koche ich auch.

Schneebrückenreste über den Abfluss des SigridtjørniSchneebrückenreste über den Abfluss des Sigridtjørni

Gut gestärkt nehme ich die letzten Höhenmeter in Angriff. Und schon geht es durch eine schmale Rinne auch wieder abwärts zum See Sigridtjørni. Der Schnee in der Rinne ist sulzig, lässt sich aber noch gut gehen. Von guten Zeltmöglichkeiten am Seeufer ist im Wanderführer die Rede. Noch liegt Schnee im Talgrund. Den Seeabfluss kann ich über die Reste einer Schneebrücke queren.

Wieder geht es bergan. Ich muss einen Zufluss des Sigridtjørni entlang gehen und diesen queren. Der Fluss ist gößten Teils unter einer Schneefläche verborgen. Einige Risse und große frei geschmolzene Löcher verraten den ungefähren Verlauf. Die Steinmännchen sind das Erste mal nicht gut zu erkennen. Auch wenn die Karte auf meinem GPS nicht neu ist, der Track wird recht genau angezeigt. Ich quere diesmal vor der schneefreien Furt, an einer Stelle die mir sicher erscheint. Der Weg verlässt das Tal und führt auf ein Plateau.

Plateau am Skarpåker
Plateau am Skarpåker

Über Schneefelder und an vereisten kleinen Seen vorbei quere ich das Plateau. Die umgebenen Gipfel sind nicht viel höher. Die Felsen ragen wie Inseln aus dem Schnee. Im Norden erblicke ich den markanten Hårteigen, im Süden ziehen dunkle Regenwolken auf. Ob sie zu mir kommen?

Furt am SkarpåkerFurt am Skarpåker

Am nächsten Hindernis treffe ich auf weitere Wanderer. Diese wechseln gerade wieder in ihre Wanderschuhe, denn ein Fluss ist zu queren. Diesmal ist keine Schneebrücke vorhanden und das Wasser ist auch für meine Wanderschuhe zu tief. Also Neosocken, Crocs und Regenhose an. Bevor ich mit dieser Kombi die Kälte spüre sind die paar Meter überwunden. Nun also wieder zurück zu den Wanderschuhen wechseln. Ein kalter Wind weht und so halte ich es nicht lange aus.

Weiter geht es über Schneefelder. Einzelne dunkle Wolken ziehen dicht über mir hinweg. Aber es fällt kein Tropfen Regen und der blaue Himmel überwiegt. Hinter dem nächsten See finde ich einen schönen Zeltplatz. Windgeschützt mit toller Aussicht und nicht vom Weg zu sehen, obwohl es nur 100 Meter sind. Rund 13 km bin ich heute gewandert.

Zeltplatz oberhalb des Sees 1348Zeltplatz oberhalb des Sees 1348

Nachdem ich das Zelt ausgebaut und eingerichtet habe, gehe ich auf die nächste Anhöhe. Ein Bergläufer rennt vorbei und winkt mir zu.

Zur Abwechselung esse ich heute keine Pasta, sondern Kartoffelpüree mit Sauerkraut und Kassler. Der Himmel wird wieder pechschwarz. Um 20:00 Uhr fängt es an zu regnen. Es schüttet regelrecht. Im Zelt bleibt es trocken und das Prasseln vom Regen wiegt mich in den Schlaf.

Profil

Hellevassbu

Lage: Hardangervidda, am Øvre Hellevatnet

Lat/Long: 59°58'58"N, 7°12'54"E

Anzahl Betten: 26

Proviantverkauf: ja (Selbstversorger)

Betreiber: DNT - Den Norske Turistforening