Hardangervidda-Querung

Trekkingtour über die Hardangervidda von Haukeliseter nach Finse

9/10: Torehytten · Kinsehøgdene · Båtadalstjørni · Homavatnet · Hanasteinsvatnet · Trisnyttevatnet

Zum Trisnyttevatnet

Um kurz nach 7:00 beginnt das Aufstehen. Ich lasse der Gruppe beim Frühstücken den Vortritt, denn sie wollen um 9:00 los wandern und wir alle haben nicht gleichzeitig Platz am Tisch. Während Irene, der Holländer und ich frühstücken macht die Gruppe um uns herum gründlich sauber. Da alles blitzt, bleibt mir im Anschluss nur noch das Zimmer zu fegen.

Blick ins Tal des KinsoBlick ins Tal des Kinso

Noch immer hängen die Wolken tief und von dem guten Wetter ist weiterhin nichts zusehen. Zumindest ist der kalte Wind ist verschwunden. Bei leichten Nieselregen mache ich mich kurz nach 10 Uhr auf den Weg nach Nordwesten Richtung Stavali. Der Weg steigt hinter der Hütte an und führt mich auf eine karge Hocheben rund um den Kinsehøgdene. Diese gilt es an kleinen Seen vorbei und über Feuchtwiesen zu queren. Nach einer Stunde kann ich hinab in das Tal des Kinso blicken.

Fjällripa (Alpenschneehuhn)Fjällripa (Alpenschneehuhn)

Der Weg führt, der Konturlinie folgend, hoch oben am Kinsevatnet entlang. Ich passiere die privaten Hütten von Kinsekvelv. Wenig später scheuche ich eine Alpenschneehuhnfamilie auf. Während mich die Eltern versuchen abzulenken wuseln die Kücken durch das Gras. Auf dem nächsten kleinen Hügel erwartet mich ein Goldregenpfeifer (Ljungpipare) und warnt mit schriller Stimme seine Umgebung vor mir.

Die Landschaft ist sehr schön. Zusehens wird das Wetter besser. Ich komme gut voran. Als sich vor mir ein Schneefeld auftut und der Weg steil hinabführt, bin ich schneller unten als mir lieb ist. Ich lande 1.5 Meter tief halb auf dem Schnee, halb auf dem Geröll. Ich spüre nur den Brustkorb beim Aufprall. Mit dem Gesicht lande ich im Schnee. Als ich diesen von der Brille wischen will, stelle ich einen Sprung mitten durch das Glas fest. Auch wenn ich den Brustkorb ziemlich gestaucht habe, so sind die Rippen wohl nur geprellt. Ich rappelt mich auf und setze mich erst einmal an der Seite hin. Das Knie schmerzt inzwischen, aber ich kann alles bewegen und als ich den grossen Rucksack vom Schneefeld hole bin ich wieder guter Dinge.

Abstieg zum BåtadalstjørniAbstieg zum Båtadalstjørni

Ich gehe gerade weiter, als hinter mir weitere Wanderer auftauchen. Ein gutes Gefühl, dass man auf den Fernwanderwegen nie wirklich alleine ist. An einem Platz mit schöner Aussicht zum Veivatnet lege ich eine Pause ein. Die beiden Wanderer passieren mich und wenig später auch noch eine Familie, die in der kleinen Torehytten übernachtet hat. Ich überlege ob ich wirklich die grosse Runde nach Stavali gehen soll oder doch lieber den direkteren Weg nach Hedlo. Auf der Karte schaue ich mir den Hanasteinsvatnet für ein mögliches Nachlager aus.

Ich steige zum Båtadalstjørni hinab. Inzwischen scheint die Sonne. Die Familie hat sich einen schönen Platz am Zufluss für ihre Mittagspause gesucht. Der Weg führt nun durch das schmale Båtadalen. Ein rauschender Bach mit schöner Grasfläche lockt mich ebenfalls meine Mittagspause zu machen. Bei dem schönen Wetter koche ich mir eine Instantnudelsuppe, sowie einen Tee. Ich sitze in der Sonne und lasse es mir gut gehen. Das Knie ist inzwischen blau, die Wade zwickt und wenn ich den rechten Arm bewege zieht es im Brustkorb. Rucksack tragen und wandern geht aber immer noch ohne Probleme.

Holmavatnet
Holmavatnet

Nach der Pause führt mich der Weg hinab zum Homavatnet. Das Gelände ist nach dem Regen der letzten Tage etwas sumpfig. Zum Abschluss der Feuchtwiesen muss ich den Fassane queren, welcher in den Holmavatnet mündet. Über ein paar Trittsteine komme ich trocken ans andere Ufer. Nun geht es wieder hoch. Es ist der letzte Anstieg, der mich vom Hanasteinsvatnet trennt. Ein letztes Mal geniesse ich den Ausblick über die Seen im Tal des Kinso-Flusses. Dann steige ich auf der anderen Seite hinab zum Hanastein. Es geht noch einmal richtig runter und dann treffe ich auf den Weg von Stavali nach Hedlo.

Am HanasteinvatnetAm Hanasteinvatnet

Einen schönen Platz finde ich nicht am Ufer des Hanasteinsvatnet. Es liegen viele grosse Steine im Gras oder es ist mir zu feucht. Ich folge dem Weg und finde wenig später am westlichen Ende des Trisnyttevatnet einen schönen Platz. Das Zelt aufbauen gestalltet sich etwas mühsamer also sonst. Zwar kann ich den Rucksack schmerzfrei tragen, aber nun, wo ich am Boden und im Zelt umherkrieche schmerzt der Oberkörper unangenehm.

Ich bin schon im Bett, als ich Stimmen und dann Schritte höre. Auch wenn die beiden Personen dem Wanderweg folgen dürften, hört es sich so an, als ob sie viel dichter am Zelt vorbei gehen.

Am Trisnyttevatnet

Am nächsten Morgen regnet es wieder. Ich habe gut geschlafen, aber die Rippen tuen weiterhin bei einigen Bewegungen weh. Ich bleibe erst einmal liegen und warte ab ob es besser wird. Gegen Mittag lichten sich die Wolken und ich packe ein.

Zeltplatz am TrisnyttevatnetZeltplatz am Trisnyttevatnet

Das Zelt steht noch, als der Dauernieselregen wieder kräftiger wird. Kaum Sicht, da macht es mir wirklich keinen Spass loszugehen. Um 16:00 packe wieder aus. Vielleicht ist ein Tag Ruhe auch ganz gut für mich. Wenig später hört es auf zu regnen. Kommt nun das gute Wetter von dem alle reden?

Da ich heute nicht weiter gegangen bin, plane ich lieber noch einmal die letzten Abschnitte. In zwei Tagen nach Liseth und dann drei Tage für die Strecke bis nach Finse. Einen Tag später fährt gegen Mittag mein Zug nach Oslo. Das sollte klappen, auch wenn ich nicht mehr viel Reserve habe.

Anzeige:
Karte
Profil
Seite zurück
nach oben
Seite  vor