Hardangervidda-Querung

Trekkingtour über die Hardangervidda von Haukeliseter nach Finse

15/16: Finsehytta · Blåisen · Finse · Bahnfahrt nach Oslo · Hotel Oslo · Heimflug

Heimreise und Fazit

Finse und Blåisen

Ich lasse mir das ausgiebige Frühstück in der Finsehytten schmecken. Mein Zug fährt erst um 14:36 nach Oslo. Ich deponieren mein Gepäck und gehe zum Zentrum von FInse, was im Grunde der Bahnhof ist. Viel gibt es nicht zu sehen und so entschliesse ich mich am Ende doch noch in den verbleibenen dreieinhalb Stunde zum Gletscher Blåisen und zurück zu wandern. Von der Hütte sind es 5 Kilometer, die Zeit sollte also reichen wenn ich zügig gehe.

GletscherflussGletscherfluss

Der Weg führt über das Stauwehr des Finsevatnet. Ein Warnhinweis erklärt das Seewasser für nicht trinkbar. Willkommen in der Zivilisation. Auf der anderen Seite kommt gleich die Verzweigung zwischen dem Weg zum Blåisen und der Umrundung des Hardangerjøkulen. In hügeligen Gelände geht es bergan. Es sind einige Wanderer unterwegs um dieses Tagesziel zu erkunden. Nur mit leichten Gepäck komme ich schnell voran. Bei der Sommerbrücke über einen Gletscherfluss muss ich etwas warten, denn viele Wanderer will bei der Querung dieser abenteuerlichen Stelle fotografiert werden.

BlåisenBlåisen

Der Aussichtshügel am Blåisen-Gletscher ist eine leise Enttäuschung. Es liegt einfach noch zuviel Schnee auf dem Gletscher um ihn blau schimmern zu lassen. Nur an einer Stelle ist das Eis blank und schimmert in der Sonne bläulich. Nach einer kurzen Pause drehe ich wieder um. Ich gehe nun bergab und habe über 2 Stunden Zeit bis mein Zug fährt. Um viertel vor zwei bin ich wieder an der Finse-Hytte. Nach einem Zwischenstopp gehe ich mit Sack und Pack zum Bahnhof.

Heimreise

Der Zug nach Oslo kommt pünktlich aus Bergen. Am Fenster ziehen die Berge vorbei. Später kommen Wälder und viel Regen. Eine Signalstörung sorgt für eine Langsamfahrt und so komme ich leicht verspätet in Oslo an. Per Internet habe ich mir ein Zimmer im Thon Hotel Astoria in der Dronningensgate gebucht. Es ist nur ein Katzensprung vom Bahnhof und liegt unscheinbar in einer nicht schon attraktiven Strasse. Einchecken geht schnell, denn meine Daten liegen ja schon vor. In Oslo ist richtig Sommer und das Hotelzimmer ist schön, aber auch sehr warm. Lüften kann ich nicht richtig, denn das Fenster lässt sich nur kippen und das Summen einer Lüftungsanlage dürfte mir den Schlaf rauben.

Um 21:00 gehe ich noch einmal zum Bahnhof, um mir das Ticket für den Flughafenexpress zu kaufen und etwas zu essen. Wegen Bauarbeiten fährt er von einem anderen Gleis und die Fahrkarten gibt es an einen mobilen Verkaufstand. Einschränkungen gibt es jedoch nicht. Nun gilt es noch etwas zu Abend zu essen. Viele Geschäfte haben schon zu und so lande ich in einer Schnell-Pizzerria kurz bevor auch diese zu macht. Das Hotelzimmer ist bei meiner Rückkehr immer noch sehr warm. Ich schlafe mit meinem Schlafsack-Seideninlet.

Trotz des warmen Zimmers habe ich gut geschlafen. Morgens erwartet mich ein reichhaltiges Frühstück. Hatte ich gar nicht so erwartet. Schnell ist der Rucksack gepackt. Ausschecken geht noch schneller als einchecken. Als ich im Zug zum Flughafen sitze wird für meinen Flug eine Verspätung von über einer Stunde angezeigt. Ich schlage die Zeit am Flughafen tot und fliege diesmal ohne Zwischenfälle nach Hause.

Fazit

Die Wanderung war trotz schmerzhaften Sturz schön. Für die Stecke hatte ich reichlich Zeit und konnte so bei schlechten Wetter einen Pausentag einlegen ohne Stress zu haben. Wenn die Sonne nicht scheint kann es wirklich ungemühtlich werden. Die Wege sind gut ausgezeichnet und die Hütten an den Hauptrouten bieten Proviantverkauf zum Selberkochen oder sogar Vollpension. Trotzdem ich alleine unterwegs war, begegnete ich täglich anderern Wanderern.

Der Winter hielt sich lange in diesem Jahr. Einerseits lässt es sich sehr gut über Schneefelder gehen, andererseits war die Schneeschmelze noch im Gang und die Flüsse hatten mehr Wasser. Gerade im Süden lag noch viel Schnee und die Zeltplätze waren knapper. Die Richtung Süd nach Nord würde ich jedoch wieder so wählen, da ich mit deutlich leichteren Rucksack die Höhenmeter am Hardangerjøkulen bewältigen konnte.

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