Hardangervidda-Querung

Trekkingtour über die Hardangervidda von Haukeliseter nach Finse

2. Tag: Haukeliseter · Store Venaretjønn · Loftsdokktjønn · Sattel westlich des Vesle Nup · Mannevatn

Mannevatn

Haukeliseter nach Mannevatn

Der Wetterbericht sieht auch am Morgen nicht anders aus. Erst trocken und am Nachmittag muss ich mit Regen rechnen. Ich frühstücke ausgiebig. Um 9:30 checke ich aus und mache mich auf nach Norden Richtung Hellevassbu. Als ich nach draußen treten scheint sogar die Sonne. Direkt auf der anderen Straßenseite beginnt der Weg nach Hellevassbu. Rund 150 Höhenmeter geht es direkt von der Straße bergauf. Schnell komme ich ins Schwitzen. Der Rucksack wird mit jedem Meter schwerer und die Reste einer Erkältung machen mir auch noch zu schaffen.

Store VenaretjønnStore Venaretjønn

Oben angekommen breitet sich eine vorwiegend grüne Hügellandschaft aus. Hin und wieder gibt es ein Altschneefeld zu queren, aber der Weg ist einfach zu finden und sehr gut zu gehen. Nach einer Stunde passiere ich die Seen Lille und Store Venaretjønn. Kurz vor dem Loftsdokktjønn lege ich eine kurze Pause ein. Die Sonne scheint, aber ein kühler Wind weht. Für eine richtige Mittagspause ist es eigentlich zu früh und so gehe ich bald weiter. Ich quere den Ålmannvegen, einen alten Handelsweg, auf dem früher Waren transportiert worden.

Ich beginne den Aufstieg zum Sattel westlich des Vesle Nup. Auf den nächsten zwei Kilometern stehen mir 200 Höhenmeter bevor. Schritt für Schritt geht es bergan. Gegen 12 Uhr erreiche ich ein kurzes ebenes Stück und suche mir einen Platz für die Mittagspause. Die ersten 50 Höhenmeter sind geschafft. Ich genieße die Aussicht und esse etwas. Einzig die aufziehenden dunklen Wolken stören mich. Diese treiben mich schliesslich zum Aufbruch, denn auf dieser dem Wetter ausgesetzen Seite will ich nicht die Nacht verbringen.

Vereister SeeVereister See

Gut gestärkt mache ich mich wieder auf und erreiche den Sattel 50 Minuten später. Auf der anderen Seite kann ich bis zum See Mannevatn blicken, aber erkennen kann ich ihn kaum. Ein grosse Schneefläche liegt vor mir und die Seen sind von Eis bedeckt. Das nennt sich also Sommerurlaub. Ich folge den Schneespuren über das erste Schneefeld. Steinmännchen weisen zudem die Richtung.

Dieser Wassergraben ist ein unangenehmes HindernisDieser Wassergraben ist ein unangenehmes Hindernis

An der ersten unangenehmen Stelle begegne ich einer Wanderin. Ein Graben ist zu queren und die Schneedecke wirkt recht brüchig. Auch wenn das Wasser nur knietief ist, auf ein Bad kann ich verzichten. Über eine Schneebrücke können wir das Hindernis trockenen Fusses überwinden. Mein Weg führt weiter hinab zum Mannevatn. Von links kommt ein Fluss und ich befürchte die nächste unangenehme Querung. Ich folge den Steinmännchen und kann auch dieses Hindernis problemlos über eine Schneefläche queren. Weiter geht es über Schneefelder. Als ich das Ufer des Mannevatn erreiche fallen die ersten Regentropfen. Nach einem Blick zum Himmel nutze ich die erste Gelegenheit und stelle das Zelt auf einer kleinen grüne Landzunge, die wie eine Insel aus dem Schnee ragt, auf. Noch Wasser holen und schon regnet es richtig.

Zeltplatz am Ufer des MannevatnZeltplatz am Ufer des Mannevatn

Es ist erst halb zwei und so will ich erst einmal Abwarten, wie lange der Regen anhält, um vielleicht doch noch weiter zu gehen. Weitere Wanderer passieren den See auf ihrem Weg nach Haukeliseter. Irgendwann richte ich mich für die Nacht ein. Luftmatraze aufblasen und Schlafsack ausbreiten. Heute wird es nichts mehr. Am nördlichen Ende des Sees steht inzwischen ein weiteres Zelt auf einer kleinen grünen Insel. Nur 7,5 Kilometer habe ich heute zurückgelegt und trotzdem richtig Hunger. Meine Wahl fällt schnell auf Spagetti mit Tomatensosse und Rinderhack.

Karte
Profil
Haukeliseter - Lille Venaretjønn:
Lille Venaretjønn - Wegkreuzung am Loftsdokktjønn:
Wegkreuzung am Loftsdokktjønn - Pass am Vesle Nup:
Pass am Vesle Nup - Mannevatn: