Durch die Täler bei Abisko

Zweiwöchige Trekkingtour durch Schwedisch-Lappland

17. Tag: Fluss vom Vuolip Čorvvošjávri · Rovvidievvá · Hoiganjohka · Boazojohka · Abiskojaure · Nissonjohka · Nationalparkgrenze

Durch den Abisko Nationalpark

Nach dem sonnigen Tag gestern ist es heute wieder bewölkt. Es dauert bis das Zelt abgetrocknet ist und so komme ich um viertel vor zehn los. Als Erstes muss ich die Brücke über den Fluss erklimmen. Die letzte Stufe ist für meine Beinlänge zu hoch, aber mit einiger Anstrengung komme ich hoch. Der Weg führt weiter durch Birkenwald hinab zum Ufer des Kamajåkka. Dieser fließt zur Abwechselung munter dahin. Mein erste Ziel ist die Samisiedlung Rovvidievvá, wo es auch eine Brücke über den Kamajåkka gibt.

Kote in RovvidievváKote in Rovvidievvá

Der Weg verlässt wieder den Fluss und ich passiere die ersten Holzhäuser von Rovvidievvá. Die Hütten sind schon winterfest gemacht und wirken auf mich wie moderne Ferienhäuser mit Strom und Fernsehen. Allerdings gibt es auch hier die aufgerichteten Holzstangen für die Koten. Eine urige Torfkote bildet den Abschluss der Siedlung. Ich pflücke noch ein paar Blaubeeren und tauche wieder in den Birkenwald ein. Um kurz nach 11 Uhr erreiche ich die Brücke über den Hoiganjohka. Auch hier wäre ein Zelten möglich gewesen. Am Nordufer gibt es irgendwo eine Abzweigung ins Hoiganvággi. Die unmarkierte Route führt nach Stuor-Kärpel an der norwegischen Grenze.

Brücke über den BoazojohkaBrücke über den Boazojohka

Das Gelände wird offener und große Feuchtwiesen herrschen vor. Irgendwo dort hinten mäandert der Kamajåkka gemächlich durch das Tal. Die Birken nehmen noch einmal zu als ich mich der Nationalparkgrenze nähere. Diese verläuft am Boazojohka entlang. Ich erreiche ihn nach 90 Minuten. Am südlichen Ufer ist die letzte Möglichkeit zu Zelten. Auch wenn es am nördlichen Ufer schöner ist, aber im Abisko Nationalpark darf nur an ausgewiesenen Stellen gezeltet werden. Bis nach Abiskojaure wirkt es auf der Karte nicht mehr weit. Aber irgendwie ziehen sich die 2 Kilometer. Hinter jedem Hügel vermute ich die Hütte oder zumindest den Kamajåkka. Nach 45 Minuten tauchen die Hütten plötzlich vor mir auf und ich stehe auf dem zentralen Platz mit Wegweisern.

Auf dem KungsledenAuf dem Kungsleden

Ich halte mich nicht weiter auf, denn ich habe noch einige Kilometer auf dem Kungsleden vor mir. Ich quere den Kamajåkka über die große Stahlbrücke. Der Kungsleden führt am Ábeskojávri entlang und wurde in den zwei Jahren seit meiner letzten Wanderung ausgebaut. Mir kommen viele Wanderer entgegen, es dürfte in Abiskojaure voll werden heute Nacht. Ich mache mit Blick auf den See eine Pause und schaue mit die Karte an. Ich habe immer noch nicht entschieden wo ich heute hin will. Nissonjohka oder Tältlägret oder gar bis Abisko stehen zur Auswahl. Der Himmel ist bedeckt und das es wirklich noch wieder schön wird kann ich nicht so richtig glauben. Da ich gut unterwegs bin schließe ich mich erst mal nach Nissonjohka zu gehen.

Steg über den NissonjohkaSteg über den Nissonjohka

Der Kungsleden ist hier unten ausgetreten und so breit wie ein Fahrweg. Die vielen Wanderer haben das Erdreich weggetreten und so ist ein natürliches Kopfsteinpflaster entstanden. Die Fußsohlen tun mir weh. Da ich beim meiner letzten Wanderung bei schöneren Wetter bereits viel Zeit auf der Strecke verbracht habe, verzichte ich auf Abstecher zum Abiskojåkka und komme so zügig voran. Um 16:00 Uhr erreiche ich den Rastplatz am Nissonjohka. Hier dürfte ich zelten. Noch steht kein Zelt da und durch das nicht ganz so gute Wetter sind auch keine Tagesbesucher anwesend. Es gibt im Birkenwald Lichtungen, auf denen man das Zelt gut stellen kann, aber irgendwie macht mich der Platz weiterhin nicht so an.

Blick zum BallinvággiBlick zum Ballinvággi

Da ich noch gut in der Zeit liege gehe ich weiter. Der Holzsteg über den Seitenarm des Nissonjohka ist diesmal trocken und stellt anders als am ersten Tag meiner Tour kein Hindernis da. Rund 300 Meter nach der Stahlhängebrücke über den Nissonjohka biege ich vom Kungsleden ab und wandere Richtung Abisko-Östra. Der schmale Pfad ist sehr gut zu gehen. Nach rund 500 Metern überquere ich einen Bach und wenig später nach einer großen Feuchtwiese die Nationalparkgrenze. Ich suche mir zwischen hohen Nadelbäumen einen schönen Platz für die Nacht. Von meinem Zelt kann ich direkt auf dem Tjåmuhas und den Einstieg zum Ballinvággi sehen. Für Trinkwasser muss ich die 200 Meter zurück zum Bach gehen, aber mit dem Platypus-Trinkbeuteln kann ich drei Liter transportieren. In der Nähe vom Zelt finde ich drei schöne Birkenpilze, die wenig später in meinem Topf brutzeln.

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Karte
Profil

Abiskojaure Hütte

Lage: Kungsleden

Lat/Long: 68°17'9.62"N, 18°35'25.49"E

Anzahl Betten: 51-75

Proviantverkauf: ja

Betreiber: STF Svenska Turist Foreningen

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