Durch die Täler bei Abisko

Zweiwöchige Trekkingtour durch Schwedisch-Lappland

18-20: Nationalparkgrenze · Paddus Naturstig · Absiko · Zugfahrt nach Stockholm · Heimflug

Abisko und Heimreise

Am morgen überrascht mich das Wetter, es ist strahlend blauer Himmel und keine einzige Wolke zu sehen. An meinem letzten Tag bekomme ich also soviel Sonne ab wie während der ganzen Tour. Das Zelt steht leider im Schatten der Bäume und ohne Wind dauert es recht lange bis es trocken ist. Ich verbrenne in der Zwischenzeit das restliche Gas aus der Kartusche und bin überrascht wie viel ich noch habe.

Um 12:00 gehe ich auf meine letzten Kilometer. Nach zwei Wochen in der Natur gönne ich mir für die nächste Nacht etwas Luxus. Ich habe ein Zimmer in Abisko-Östra gebucht, aber will vorher noch zur STF-Fjällstation gehen, um dort etwas zu essen und die Gaskartuschen zu entsorgen. Dazu setze ich die Wanderung auf meinem Pfad fort. Dieser vereinigt sich nach einiger Zeit mit dem breiteren Winterweg, auf dem auch Scooter fahren dürfen. Am ausgeschilderten Paddus Naturstig biege ich ab und wandere nun Richtung Abisko Turiststation. Nach zwei Kilometer erreiche ich das Museumsdorf mit verschiedenen nachgebauten samischen Gebäuden. Um halb zwei treffe ich auf den Parkplatz am Bahnhof, die Zivilisation hat mich wieder.

Erstes Ziel ist der kleine Shop in der STF-Fjällstation. Hier gibt nicht nur Souvenirs, sondern auch Ausrüstungsgegenstände und einige Lebensmittel zu kaufen. Ich gebe meine leeren Gaskartuschen ab und gönne mir eine Fanta und ein belegtes Brot. In der Lobby finde ich einen Platz mit Steckdose. Mein Handy hat wieder Empfang und verzeichnet einen verpassten Anruf vom Morgen. Die schwedische Telefonnummer gehört zu meiner Unterkunft, das verheißt nichts Gutes. Als ich anrufe wird mir erklärt, das das gebuchte Zimmer durch einen Wasserschaden leider nicht bewohnbar sei und man habe mich für denselben Preis in die Fjällstation umgebucht. Ist ja passend, dass ich fünf Meter neben der Rezeption sitze. Und so sitze ich wenig später in einem Doppelzimmer im Hotelteil der Fjällstation.

Für den Abend habe ich einen Platz im Restaurant reserviert. Seitdem der Ort vor allem bei Touristen aus Amerika und Asien zum Nordlichtgucken in ist, ist das Essen eher fein und die Portionen entsprechend klein. Gruppen haben Vorrang und als Einzelperson darf ich erst um 20 Uhr antanzen. Da war ich die letzten beiden Wochen schon fast im Bett. Das Dreigängemenü ist nicht so mein Ding und so entschließe ich mich für Röding (Saibling) von der nicht sonderlich umfangreichen Karte und ein Glas Weißwein. Das Restaurant leert sich schnell und zur meiner Überraschung werde ich noch von meinem Singlekatzentisch umgesetzt ans Fenster mit Blick über den Torneträsk. Es zeigt sich immer noch keine Wolke am Himmel, der sich abendlich verfärbt hat. Der Röding ist wie erwartet sehr lecker, aber die Portionen nicht unbedingt für ausgehungerte Wanderer. Ich nehme also noch ein Dessert.

Mit dem Zug nach Stockholm und Heimflug

Nach einem ausgiebigen Frühstück muss ich um 10 Uhr das Hotelzimmer geräumt haben. Um 14:18 fährt mein Zug und ich habe eigentlich reichlich Zeit um noch etwas draußen umher zulaufen oder das Nationalparkzentrum zu besuchen. Das Wetter lädt geradezu ein, aber irgendwie bin ich nicht in der Stimmung. Statt dessen setzte ich mich in eine ruhige Ecke der Lobby und lese Zeitung, schreiben Postkarten und verbringe so irgendwie die Zeit bis zur Abfahrt. Der hat leichte Verspätung und scheint wieder nicht voll ausgebucht zu sein. Trotzdem sind in unserem Abteil alle drei Betten belegt. Und leider steigt eine Dame auch wieder mitten in der Nacht in Sundsvall aus. Nachdem sie nicht ins Bett kam ist sie jedenfalls leise beim Aussteigen.

Um 9:00 Uhr kommen wir in Stockholm mit einer halben Stunde Verspätung an. Ich bin froh, dass ich nicht den frühen Flug gebucht hatte, sondern erst 15:15 Abfliege und Verspätungen mir somit keinen Stress bescheren. In Stockholm schließe ich meinen Rucksack wieder ein und gehe zu Bok & Bild in der Drottninggatan um mich mit schwedischen Büchern für den Winter einzudecken. Neue Taschenbücher für drei zum Preis von zwei, da finde ich immer etwas. Anschließend bummel ich durch die Altstadt. Gegen 12 Uhr gehe ich zurück und fahre mit dem Bus nach Arlanda. Diesmal habe ich die Flygbussarna-App installiert und buche darüber das Ticket. Das ist 10 SEK günstiger als am Automaten. Der Heimflug verläuft ruhig. Morgen geht es wieder an die Arbeit.

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