Padjelanta Nationalpark

Sechswöchige Wildniswanderung in schwedisch Lappland - Teil 2: Padjelantaleden

28. Tag: Stuor Dijdder · Árasluokta · Brücke über den Miellädno · Pårka-Pass

Zum Pårka-Pass

Um 07:40 Uhr fliegt der Hubschreiber von Fiskflyg im Anflug auf Stáloluokta vorbei. Es ist auch heute keine Wolke am Himmel. Um kurz vor 9:00 bin ich fertig und beginne den rund drei Kilometer langen Abstieg nach Árasluokta. Ich muss dabei einige kleine Bäche, die vom Stuor Dijdder zum Dijdderjávrre fliessen, queren. Der erste Wasserlauf hat noch ein Schneefeld als Hindernis und beim nächsten ist der Weg etwas abgerutscht. Der Tag beginnt also nicht so schwungvoll wie erwartet. Als das Gelände flacher wird, passiere ich auf Holzstegen Feuchtwiesen mit Wollgras. Schliesslich tauche ich in einen kleinen Bergbirkenwald ein und komme an der Brücke über den Árasjåhkå heraus. Die Hängebrücke ermöglicht mir auch hier die bequerme Überquerung.

ArasluoktastugornaArasluoktastugorna

Der Weg führt nun am Fluss entlang zu den Arasluoktastugorna. Sie wirken wie ausgestorben und als ich kurz vor den Hütten auf den Wegweiser nach Låddejåkkå stosse, folge ich diesen direkt ohne Besuch der Hütte. Es folgt ein knackiger Anstieg. Es dauert nicht lange und ich lege eine Trinkpause ein. Beim Blick über Árasluokta sehe ich mehrere Hunde bellend zur Árasluokta-Hütte rennen. In einigen Abstand folgt eine Person. Zu meinem Schrecken schlägt die Hundemeute ebenfalls den Weg hoch ein und kommt auf mich zu geprescht. Es ist die örtliche Jogginggemeinschaft, die gerade ihre Runde dreht. Und Hunde die bellen beissen nicht. Diese sind zum Glück auch nicht besonders an Wanderern interessiert. Ich grüsse den menschlichen Jogger und mache mich mit schnell anwachsenen Abstand auf dessen Verfolgung.

Árasluokta am VirihávrreÁrasluokta am Virihávrre

Die Sicht wird frei auf die Bucht Árasluokta. Unter mir liegt der gleichnamige Ort. Laut Karte führt ein Stieg zwischen den Häusern hindurch und nördlich auf den Padjelantaleden. Ich bin jedoch der offiziellen Route gefolgt und wandere nun 80 Meter über den See an der Westflanke des Áras entlang. Als ich auf den Pfad aus dem Ort treffe kann ich schon weit bis zum Pårka-Pass blicken. dort will ich heute noch hoch. Wenig später kommt mir der Jogger wieder entgehen. Er war dann wohl bis zur Brücke über den Miellädno, meinem nächsten Zwischenziel.

Brücke über den MiellädnoBrücke über den Miellädno

Der Weg durch die Talebene des Miellädno zieht sich. Zumindest kommt es mir so vor. Trotzdem erreiche ich sein Ufer nach einer halben Stunde. Auf der anderen Seite rastet eine grössere Gruppe. Direkt unter der Brücke rauscht eine mächtige Stromschnelle. Ich quere den Fluss und setzte bei den "Menschenmassen" meinen Weg fort. In rund einem Kilometer müsste ich einen Bach queren. Zumindest möchte ich noch vor dem Anstieg meine Mittagspause machen. Kaum bin ich 200 Meter weg macht sich die Gruppe marschbereit und wandert hinter mir her. Am Bach finde ich ein schönes Plätzchen und geniesse Sonnenschein und Aussicht bei Knäckebrot, Fjällbrynt Skinkost und Kalles Kaviar.

Um halb zwei raffe ich mich wieder auf. Schritt für Schritt mache ich mich auf den 3 Kilometer langen Aufstieg hinauf auf die Passhöhe zwischen Mulkka und Máhttoajvve. Rund 240 Höhenmeter liegen vor mir. In der Ferne springt mir etwas gründes ins Auge. Für ein Zelt ist es eigentlich zu klein, ist es ein Rucksack? Wenig später passiere ich eine grosse grüne Mülltonne, die mitten in der Landschaft liegt. Im Winter treffen sich hier Sami und treiben die Rentiere zusammen. Es ist wohl ein Überbleibsel. Ich passiere weitere Koten, die zusammengepackt auf der Wiese auf den nächsten Winter warten.

Steine einer KoteSteine einer Kote

Für die Nacht hatte ich mir in der Pause auf der Karte einen Bach auf Pårka Passhöhe ausgesucht. Ich komme trotz der Steigung zügig vorran und brauche bis dorthin nur 90 Minuten. Kurz vorher entschwindet beim Blick zurück der Virihaure aus meinem Blickfeld. Dafür tauchen im Norden die Sarek-Gipfel in der Ferne auf. Ich quere den Wasserlauf und steuer auf ein eben wirkende Fläche etwas unterhalb des Weges zu. Sie ist wirklich gerade, stellt sich jedoch als Platz einer Kote heraus. Da es mir so vorkommt, also würde ich dort im Vorgarten bzw direkt im Haus zelten, verlasse ich den Steinkreis und suche weiter. Ein paar Meter weiter finde ich einen Platz und baue mein Zelt aus. Da es noch früh ist wasche ich etwas und hänge die Kleidung an Zeltleinen auf.

Zeltplatz am Pårka-Pass
Zeltplatz am Pårka-Pass

Zum Abend gibt es Fischsuppe mit Lauch und Kartoffeln. Rund einen Kilometer entfernt haben weitere Wanderer ihr Zelt aufgeschlagen. Kurz nach 20:00 Uhr werden die Gipfel im Sarek rötlich von der Abendsonne angestrahlt. Die Sonne geht immer früher unter und gegen 21:00 ist es ohne Sonne wieder so kalt, dass ich in den Schlafsack krieche.

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