Padjelanta Nationalpark

Sechswöchige Wildniswanderung in schwedisch Lappland - Teil 2: Padjelantaleden

27. Tag: Bållávrjåhkå · Staloluokta · Stuor Dijdder

Vom Bållávrjåhkå zum Stuor Dijdder

Das gute Wetter scheine ich gepachtet zu haben. Um 7:00 Uhr ist es bereits so warm im Zelt dass ich hell wach bin. Beim Zelteinpacken muss ich den Mund zuhalten, damit ich keine der nervigen Kriebelmücken verschlucke. Ich gehe wieder herab zur Sommerbrücke. Dort lege ich die beiden Rentiergeweihe neben den Weg von denen ich mich aus Gewichtsgründen trennen muss. Ich bin sicher sie werden schnell neue Liebhaber finden.

Zelte am Ufer des BållávrjåhkåZelte am Ufer des Bållávrjåhkå

Nach kurzer Zeit passiere ich zwei Zelte auf einer großen ebenen Fläche am Ufer des Bållávrjåhkå. Die nächsten Kilometer gehen im Zickzack durch Weidengestrüpp und die Mücken sind hier besonders lästig. Die ersten beiden Wanderer kommen mir am Ufer des Gieddávrre entgegen und freuen sich schon die Halbzeit der Strecke bis zu den Tuaottahütten erreicht zu haben. Ihre Freude dauert so lange bis sie erfahren, dass ich erst eine halbe Stunde unterwegs bin. Zweidrittel dürften sie noch vor sich haben, so schätze ich.

Die ersten Häuser von Stáloluokta am Luoppal  und der VirihaureDie ersten Häuser von Stáloluokta am Luoppal und der Virihaure

Westlich des Gieddávrre ist in der Karte eine Furt eingezeichnet. Der Pandjelantaleden verläuft jedoch südlich des Sees Luoppal und führt über eine Brücke am Virihávrre über den Fluss. Ich folge dem offiziellen Weg. An der Terrasse Tjermaklåpptå am nördliche Ende des Gierggevárre-Massivs kann ich das erste Mal Staloluokta und den großen See Virihávrre erblicken. Durch eine Senke hindurch steige ich wieder an. An einem kleinen See vorbei, komme ich hoch über den Luoppal-See entlang. Ich mache eine kleine Pause mit Knäckebrot und Salami und blicke über Staloluokta.

Ein kurzes Stück weiter trifft der Nordkalottleden von Süden aus Staddajåkkå her kommend auf den Pandjelantaleden.

Stáloluokta

AlpenschneehuhnAlpenschneehuhn

Beim Abstieg zur Brücke über den Luoppal führt der Weg durch einen Birkenwald. Ein Schneehuhn sitzt direkt auf dem Weg und ist offensichtlich Wanderer gewohnt. Zumindest lässt es sich seelenruhig ablichten. Auf dieser Seite des Flusses geht es zum Zeltplatz am Strand. Ich quere den rauschenden Fluss über die Hängebrücke und gehe hinauf zur Staloluoktastugorna. Diese besteht aus einem großen und einem kleinen Haus und nicht aus vielen einzelnen wie die anderen BLT-Hütten.

Stáloluokta am Ufer des VirihaureStáloluokta am Ufer des Virihaure

Ein Wegweiser zeigt die Richtung zum Parfas Kiosk. Dieser ist zwischen 09:00-12:00 und 16:00-20:00 Uhr geöffnet. Da es bereits nach zwölf ist, hat er schon geschlossen. Von Sylvia sehe ich auch keine Spur. Ich passiere den Hubschrauberlandeplatz direkt am Seeufer, als ich einen anderen Wanderer zum Kiosk laufen sehe. Er läutet eine Glocke und sogleich spurte ich mit vollem Gepäck Richtung Kiosk. Ich komme an, als er seinen Einkauf beendet hat und komme so endlich zu meinem Schmelzkäse. Zudem kaufe ich Knäckebrot, vier Teebeutel und ein Stück getrocknetes Rentierfleisch für 170 Kronen. Kaum bin ich fertig, geht die Ladenklappe wieder zu.

Blick über den Virihaure nach Norwegen
Blick über den Virihaure nach Norwegen

Ich packe meine neuen Errungenschaften ein. Der Weg führt nun an der Westseite des Unna Dijdder entlang. Dafür geht es erst mal hoch durch einen Birkenwald. Ich entschließe mich meine Pause in höherer Lage zu verbringen und nicht hier im Ort. Ich schultere meinen Rucksack und beginne den Anstieg. Der Weg führt in einigen Abstand zu den farbigen Hütten der Samisiedlung entlang. Wer hat es auch schon gerne, wenn Touristen durch den Vorgarten latschen.

SteinadlerSteinadler

Trotz Feuchtwiesen gibt es erst einmal kein gutes Trinkwasser. Ich erreiche wieder das Kalfjäll. Die Aussieht über den Virihávrre ist atemberaubend. Hoch über der Bucht Nuortap Gåbddåluokta suche ich mit einen Pausenplatz. Nach 150 Höhenmeter habe ich mir eine Pause wirklich verdient. Bei Knäckebrot genieße ich die Aussicht über den See bis weit nach Norwegen. Die leichte Brise verjagt die Mücken. Ein Steinadler segelt majestätisch vorbei und verschwindet so schnell wie er gekommen ist auch wieder aus meinem Blickfeld.

Zeltplatz mit Blick über die DijdderhalbinselZeltplatz mit Blick über die Dijdderhalbinsel

Ich setzte meinen Weg über die Dijdderhalbinsel fort. Der Ausläufer des Dijddervágge bilden eine kleine Ebene. An Felsen und kleinen Seen vorbei, quere ich sie. Nun passiere ich den Stuor Dijdder an seiner Nordwestseite. Um kurz vor 16:00 erblicke ich die bunten Häuser von Árasluokta. Da ich eigentlich weit oben mit schöner Aussicht zelten wollte, wird es langsam Zeit einen schönen Platz für die Nacht zu finden. Wenig später finde ich etwas abseits des Weges auf den terrassenförmigen Gelände eine Fläche die eben genug ist. Unweit plätschert Wasser sacht den Hang hinab. Einzig die Kriebelmücken stören etwas. Wenig später steht mein Zelt. Unter mir verläuft der Weg. Weiter abwärts liegt der Dijdderjávrre. Mit dieser wunderschönen Aussicht vor der Nase koche ich Reise mit Kabeljau in Tomatensauce als Abendessen. Ich bin schon fertig als noch ein später Wanderer mit kleinen Rucksack vorbeischleicht. Bis Stáloluokta wird er noch wandern müssen. Er hat keinen Blick für die Gegend übrig und sieht auch mich nicht. Der Tag geht mit einem wunderschönen Sonnenuntergang am Virihávrre zu Ende.

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Karte