Padjelanta Nationalpark

Sechswöchige Wildniswanderung in schwedisch Lappland - Teil 2: Padjelantaleden

29. Tag: Pårka-Pass · Låddejåhkå · Låddejåhkåstugan · Vierttjajågåsj · Brücke über den Vuojatädno · Luohppen

Am Luohppen

Heute kommt der Hubschrauber kurz vor 8:00 vorbei. Ich habe noch rund einen Kilometer auf der Ebene vor mir bis es wieder richtig bergab zur Låddejåhkå-Hütte geht. Der Weg führt an einem markanten grossen Kalkstein vorbei, der einsam auf der Wiese steht.

Brücke über den LåddejåhkåBrücke über den Låddejåhkå

Es geht kräftig runter und der Weg führt direkt auf die Brücke über den Låddejåhkå zu. Von dort ist es nur ein kuzes Stück bis zur Låddejåhkåstugan. Dort ist erst nur der kleine Hund der Hüttenwartin zu sehen, welcher sich mit Gebell bemerkbar macht. Als die Hüttenwartin kommt und nachzuschauen wer das so hartnäckig begrüsst wird nutze ich die Gelegenheit und frage nach Fisch. Sie hat glödkaka und röding im Angebot. Ich zahle 110 Kronen und habe mein Mittagessen gesichert.

Direkt hinter der Hütte führt der Padjelantaleden durch eine Tür im Rentierzaun. Anschliessend geht es direkt wieder hoch. Nach einer Stunde erreiche ich den Vierttjajågåsj. An seinem Ufer mache ich Pause und verspeise hoch über dem Vastenjaure die Hälfte des geräucherten Saiblings. Auf der anderen Flusseite ist die Abzweiung für den Weg durch das Loadásjvágge. Auch dieser führt Richtung Kisuris. Ich folge den Hauptweg westlich um den Loadásj. Dieser führt über der Höhenlinie folgend hoch über den Vastenjaure entlang. Der Huorsojågåsj versorgt die Samisiedlung Vásstenjávrre um Ufer des Vastenjaure mit Wasser, ist auf Höhe des Wanderpfads aber nur ein Rinsal.

Gievgessuolij im VásstenjávrreGievgessuolij im Vásstenjávrre

Genau westlich vom Loadásj befindet sich eine Rengärde. Im Zaun kann bequem durch eine Tür überwunden werden. Und schon lande ich iin einer weiteren Herausvorderung. Der anschliessende Fluss fliesst noch zwischen Eis und Schnee. Anhand der Fussspuren wird mir zwar schnell klar, dass der direkte Weg möglich ist, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Vor allem da meine Beine zu kurz sind und ich kaum vom Trittstein im Wasser auf das vereiste Schneebrett komme. Dieses ist zum Glück aber trotz der Sonneneinstrahlung noch fest.

Ab nun beginnt der Abstieg ins Tal des Vuojatädno. Der Weg führt weiter um den Loadásj herum und schiesslich erblicke ich das Áhkka-Massiv. Der Weg führt über Felsrippen und kleinen Bächen. Ein ganzer Schwung von Wanderern, die offensichtlich am Morgen in der Kisuris-Hütte gestartet sind kommt mir mit schweren Rucksäcken entgegen. Ich treffe auch ein Paar, welches sich erst in einem Rinsal erfrischt und wenig später sich im selbigen erleichtert. Mir wurde wieder richtig bewusst, warum ich Wasser möglichst nicht unterhalb eines Wanderwegs entnehme.

Brücke über den VidjáguojkkaBrücke über den Vidjáguojkka

Das Weidengestrüpp nimmt zu als ich mich dem Talgrund nähere. Einige Zuflüsse sind am Vidjáguojkka eingezeichnet und ich hoffe dort einen Zeltplatz zu finden. Ich erreich den ersten um halb fünf, aber weder das Wasser ist schön noch kann man wirklich zelten. Zumindest hatte ich die letzten Tage bessere Plätze. Die nächsten drei Flüsse sind nicht wirklich besser. Und so wandere ich weiter und komme um 17:00 Uhr an die Brücke über den Vuojatädno. Hier zweigt der Nordkalotleden ab und führt direkt nach Vájsáluokta. Die Brücke soll die längste im schwedischen Fjäll sein. Die Spannweite ist zumindest beachtlich.

Zeltplatz am Luohppen mit Blick auf die ÁhkkaZeltplatz am Luohppen mit Blick auf die Áhkka

Ich strebe dem nächsten Zufluss entgegen. Dieser ist mit einer Brücke eingezeichnet und führt hoffentlich schönes Trinkwasser. Um die Brücke nach der Brücke zu erreichen sind noch 1.5 Kilometer zurück zulegen und ein zehn Meter hohen Hügel am Luohppen in Längsrichtung zu queren. Von oben habe ich eine schöne Aussicht. Bevor ich zur Brücke absteige entschliesse ich mich oben neben den Weg zu zelten. Um kurz vor 18:00 rechne ich nicht mehr mit viel Betrieb und der Blick über den Sallohaure ist einfach schön. Zum Wasser holen muss ich einmal hinunter steigen und meinen Wassersack füllen.

Zum Abendessen gibt es heute Himmel und Erde - Kartoffelpüree mit Apfelmuss. Das Apfelmuss ist gedörrt und ich bereite es mit warmen Wasser zu. Es schmeckt wie frisch gekocht, einfach lecker.

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