Jotunheimen

Grosse Jotunheimen-Runde

5/6: Veodalen · Veslglupen-Schlucht · Skautflye · Leirtjønne

Durch Veslglupen-Schlucht und über die Skautflye-Ebene

Die Nacht ist wärmer und der Himmel ist am morgen bedeckt. Die Wolken hängen tief und der Gipfel des Leirhøe am Veobrean ist nicht mehr zu sehen. Eigentlich sollte erst morgen das Wetter schlecht sein. Und zwar richtig mit Starkregen und Sturm. Übermorgen soll es dann noch einmal aufklaren, gefolgt von einem weiteren Schlechtwettertag. Deshalb ist mein Plan so dicht wie möglich am Steindalen zu zelten, um mir die Möglichkeit der Besteigung des Glittertinden von Westen her offen zu halten.

Zeltplatz im VeodalenZeltplatz im Veodalen

Ein kalter Wind weht und es sieht nach Regen aus als ich um kurz nach 10 Uhr los komme. Zuerst gehe ich wieder zurück zum Weg. Dieser folgt dem Veodalen weiter aufwärts direkt auf den Veopallan zu. Im Tal unten schlängelt sich der Veo entlang. Ab und zu nieselt es. Etwas ungemütlich heute.

Einstieg in die Veslglupen-SchluchtEinstieg in die Veslglupen-Schlucht

Schließlich schwenkt der Weg nach Norden. Der Einstieg in die Veslglupen-Schlucht steht an. Ein schmaler Pfad führt über ein Blockfeld hoch. Es kommen mir die ersten Wanderer von Spiterstulen entgegen. Ich esse einen Riegel und wechsel in die Regenkleidung, denn es scheint eher schlechter als besser zu werden. Von hinten kommen vier junge Männer näher, aber überholen wollen sie mich irgendwie nicht. Mit kleinen Pause quäle ich mich nach oben. Nach einer halben Stunde sind die 100 Höhenmeter überwunden und ich erreiche den östlichsten der Veslglupenjønnen-Seen. Nördlich ragt die steile schwarze Steilwand des Ryggjehøe in die Wolken.

Mittlerer See der VeslgluptjønnenMittlerer See der Veslgluptjønnen

Hier oben in der Veslglupen-Schlucht gibt es nur noch Felsen und Geröll und mehrere kleine Seen. Diese gilt es nun zu passieren. Das rote T gibt die Richtung an. Mühsam geht es von Stein zu Stein, der schwere Rucksack macht das Balancieren noch anstrengender. Ein Wanderer kommt mir entgegen. Dann ist er plötzlich weg, bis ich ihn am anderen Seeufer entdecke. Das T ist zwar auf meiner Seite, aber die andere Seite sieht auch gut zu gehen aus. Nach 10 Minuten habe ich den ersten der Seen geschafft. Der Weg wechselt nun auf die Südseite der Seen. Beim Zweiten bleibe ich direkt am Seeufer und komme so gut voran. Vor mir gehen zwei Wanderer mit Tagesgepäck und ich komme zu meinem Erstaunen deutlich näher. Auch der dritte See lässt sich gut passieren. Die Steine hören damit aber leider nicht auf, ganz im Gegenteil.

Am anderen Ende der Veslglupen-Schlucht hängen die Wolken auch tief. Die nördlichen Gletscherfelder des Veobrean kommen in mein Blickfeld. Dazwischen liegt eine steinige Ebene, welche sich nach Norden ausbreitet. Die Skautflye ist erreicht.

Die Skautflye-Ebene
Die Skautflye-Ebene

Es regnet inzwischen stärker und so packe ich auch meinen Rucksack in den Packsack. Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Schritt für Schritt wird der Untergrund nun besser. Die großen Steine werden durch kleinere abgelöst und auch Kiesel und Erde tauchen auf. Damit lässt es sich wesentlich leichter gehen. Mühsam bleibt es, denn bei jedem Schritt muss ich schauen wo ich hin trete. Zudem weht ein kalter Wind und es nieselt oder regnet.

Eine Stunde geht es nun schon gerade aus über die Ebene. Inzwischen haben mich die jungen Männer endlich überholt. Auf Höhe des Leirtjønne lege ich eine Pause ein und suche die Ebene nach einem günstigen Gelände für einen Zeltplatz ab. An der Flussquerung der Skauta soll es möglich sein, aber große Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit kann ich aus der Ferne nicht erkennen. Ich will mein Glück am kleinen See auf 1509 versuchen und peile den Ausfluss des Leirtjønne an.

Zeltplatz am Leirtjønne am Rande der Skautflye-EbeneZeltplatz am Leirtjønne am Rande der Skautflye-Ebene

Als ich dichter komme fällt mir ein großer Felsen auf einer kleinen Anhöhe auf, der mich stark an einen Zeltplatz im Guhkesvágge erinnert. Auch damals hatte ich Wind und starken Regen. Magisch werde ich von diesem Felsen angezogen. Wenig später erkenne ich eine Bank aus Steinen und eine ebene, steinfreie Fläche wartet auf mich. Im Windschatten des Felsens ist genügend Platz für mein Zelt. Auf der anderen Seite fließt die junge Skauta. Steinmännchen scheinen einen Übergang zu markieren. Ich baue das Zelt auf und versuche den Windschatten möglichst gut zu nutzen.

Es ist erst 15 Uhr und so koche ich mir eine Nudelsuppe zum Aufwärmen. Wenn der Wetterbericht stimmt, werde ich wohl zwei Nächte hier bleiben. In einer kurzen Nieselregenpause gehe ich an der Skauta entlang zum kleinen See. Einen besseren Zeltplatz finde ich dort nicht. Zu Abend gibt es Reis mit Shrimps, Thunfisch und Gemüse.

Regentag auf der Skautflye

Es stürmt in der Nacht und regnet seit 22 Uhr. Zweimal muss ich das Zelt nachspannen, da sich Abspannleine durch die Vibrationen lockern. Er ein Stein auf dem Hering schafft dauerhafte Abhilfe. Morgens lässt der Wind nach, aber es gießt in strömen. Starkregen war angesagt und Starkregen ist es auch. Mein Zelt steht zum Glück trocken.

Abendstimmung auf der Skautflye-EbeneAbendstimmung auf der Skautflye-Ebene

Ich verbringe den Tag mit Essen und Schlafen. Rührei zum Frühstück, zum Mittag Kartoffelpüree mit Kabeljau und Tomate. Es regnet und regnet. Um halb eins scheint kurz die Sonne, ohne das der Regen aufhört. Am Nachmittag hole ich die Karte raus und fange an die nächsten Tage zu planen. Bis Leirvassbu ist die Route klar, aber dann kann ich nach Westen ins Utladalen gehen oder mehr nach Süden Richtung Bygdin-See. Mal sehen wie das Wetter so mitspielt.

Zu meiner Überraschung habe ich hier oben Handyempfang. Das Wetter morgen ist nicht mehr gut angesagt. Es soll leicht regnen, bevor dann der zweite Teil der Schlechtwetterfront über mich hinwegzieht. Nach einem Tag der Untätigkeit gibt es heute Kartoffelpüree mit Grünkohl und Kassler.

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