Jotunheimen

Grosse Jotunheimen-Runde

17/18: Hamnsanden · Gjendesheim · Oslo · Rückflug

Gjendesheim

Die Nacht ist ruhig. Um 8 Uhr kommen die ersten Wanderer vorbei und schon fängt es an zu regnen. Der Wetterbericht hat diesen erst für den Nachmittag angekündigt. Pech, denn so muss ich mit einem nassen Zelt nach Hause reisen. Bis Gjendesheim sind es nur noch 2,5 Kilometer und frühstücke ich erst einmal in Ruhe. Soweit möglich versuche ich etwas Ordnung zu schaffen und packe dabei ein. Dabei lasse das restliche Gas abbrennen. Ich wundere mich mal wieder wie viel Gas in der Kartusche noch drin ist, obwohl es sich schon wieder anfühlte als sei es bald leer. Gegen 11 Uhr nutze ich eine Regenpause und packe das Zelt ein.

Grillplatz HamnsandenGrillplatz Hamnsanden

Die Strecke nach Gejendesheim ist einfach zu laufen. Und obwohl ich sogar die Informationstafeln anschaue, bin ich bereits um 12 Uhr in Gjendesheim an der DNT-Hütte. Ich habe mir für die letzte Nacht ein Einzelzimmer reserviert. Das ist erst ab 14 Uhr fertig. Ich bestelle Waffeln und nutze die Gelegenheit mal auf dem Handy zu schauen was so in der Welt geschehen ist.

Um 14 Uhr bildet sich eine kleine Schlange an der Rezeption. Mein Zimmer befindet sich im Nachbargebäude. Es ist eine kleine Kammer mit Einzelbett, kleinen Tisch und Hocker. Praktischerweise gibt es genügend Hacken, so dass ich meine nassen Sachen aufhängen kann. Nach einer heißen Dusche und frischer Kleidung fühle ich mich wieder zivilisiert. Wenn nur nicht der komische Geruch im Zimmer wäre, dabei habe ich meine dreckigen Sachen inzwischen im Packbeutel luftdicht verpackt.

Das Abendessen ist um 19 Uhr im Hauptgebäude. Dazu werden alle so platziert, dass die Plätze alle besetzt sind und auch die zusammensitzen, die zusammen gehören. Das geht ruckzuck und schon haben wir alle eine dampfende Pilzsuppe auf dem Teller. Die Hauptmahlzeit besteht aus einer Riesenkartoffel, Erbsenpüree, gekochte Rohkost (so würde ich das mal bezeichnen) und einer Fleischfrikadelle. Und natürlich gibt es auch ein Dessert, Beeren mit Haferflocken-Crumble. Die Hütte leert sich nach dem Essen recht schnell und so gehe ich ebenfalls wieder früh ins Bett.

Heimreise

Am morgen wache ich früh auf. Ab 7 Uhr gibt es Frühstück und eine halbe Stunde vorher kommt richtig Leben in die Bude. Da mein Bus erst um 10 Uhr fährt, warte ich bis die erste Welle aufgestanden ist. Das Frühstück-Buffet ist vielfältig. Da ich Vollpension habe, kann ich mir für Mittags ein Lunchpacket zusammen stellen. Keine Frage was auf Brot kommt, als ich die Rentiersalamie entdecke. Um 9 Uhr hohle ich meine Sachen aus dem Zimmer. Unter meinem Rucksack ist eine Pfütze. Vermutlich kommt das Wasser vom Zelt, ansonsten ist alles über Nacht getrocknet.

Um 10 Uhr fährt der NOR-WAY Bus nach Oslo ab. Der kommt eine halbe Stunde früher an, legt dann aber eine Pause am Bootsanleger ein. Pünktlich fährt er dann an der Bushaltestelle direkt an der Hütte vor. Diesmal muss ich in Fagernes den Bus wechseln. "bytter bussen" erzählt der Busfahrer jedem auf Norwegisch beim Einsteigen. Zwei Franzosen sind nun erst einmal verwirrt. Ich erkläre ihnen in aller Ruhe auf Englisch, dass wir alle nach Oslo wollen und in Fagernes umsteigen müssen.

Nedre Leirungen und KnutshøeNedre Leirungen und Knutshøe

Die Route führt wieder über Beitostølen nach Fagernes. An der Fagernes Skysstasjon bleibt genügend Zeit um auf Toilette zu gehen. Das ist mir lieber als im schwankenden Bus. Leider hat der neue Bus auch keine Stromversorgung wie der auf der Hinfahrt. Ich muss also mit dem Handy stromsparend umgehen, denn ich habe meine Bordkarte nur elektronisch.

Wie fahren eine ganze Zeit hinter einem Traktor her. Plötzlich kommt mir der Gedanke, was mache ich nur wenn ich im Stau lande. Ich habe eigentlich genügend Zeit, aber über Verspätungen habe ich mir beim Buchen keine großen Gedanken gemacht. Ich schaue im Onlinefahrplan und wir sind pünktlich auf die Minute. Die beiden Franzosen wollen schon in Sandvika aussteigen, obwohl sie doch bis nach Oslo wollen.

Auf dem Dach des OpernhausesAuf dem Dach des Opernhauses

Pünktlich kommen wir in Oslo an. Es ist 15 Uhr und mein Flug geht erst am Abend. Ich schließe also wieder mein Gepäck am Hauptbahnhof ein und absolviere meinen obligatorischen Opernhausbesuch. Oben auf dem Dach packe ich mein Lunchpaket aus und verspeise unter Beobachtung hungriger Möwen mein restliches Brot aus Gjendesheim. Bevor ich mit dem Zug zum Flughafen fahre besuche ich noch den Supermarkt. Platz habe ich nun im Rucksack reichlich. Der Rückflug verläuft ruhig und ich komme am späten Abend mit vielen neuen Erinnerungen zu Hause an. Es war eine schöne Reise. Mit unerwarteten Schneefall, schöner Landschaft, körperlicher Betätigung und ganz viel Erholung.

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