Jotunheimen

Grosse Jotunheimen-Runde

1/2: Anreise · Oslo · Gjendesheim · Gjendehalsen

Anreise nach Gjendesheim im Jotunheimen NP

Der Flug nach Oslo geht morgens früh um 6:50 Uhr und so bringe ich lieber am Vorabend meinen Rucksack zum Flughafen. 20 Kilo zeigt die Waage an und das ist etwas mehr als gewollt. In Oslo kommt noch Gas dazu und einige Lebensmittel. Damit dürften es bis zu 22 Kilo am Start der Wanderung sein.

Tockene Felder beim AnflugTockene Felder beim Anflug

Die Nacht schlafe ich unruhig. Den ersten Bus um 5 Uhr darf ich nicht verpassen. Trotz Umleitung erreiche ich pünktlich um 5:30 den Flughafen und auch die Sicherheitskontrolle ist heute schnell durchlaufen. Um kurz nach 9 Uhr lande ich in Oslo. Trockene Felder strahlen mir entgegen, als sei ich irrtümlich nach Spanien geflogen. Noch immer gilt in weiten Teilen des Landes ein absolutes Feuerverbot. Im Jotunheimen sind Gaskocher vom Typ Jetboil auf feuerfesten Untergrund und entsprechender Vorsicht zum Glück gestattet. Und Regen in der Woche hat die Feuergefahr deutlich herab gesetzt.

Mit dem Zug fahre ich nach Oslo Sentralstasjon. Für 70 NOK schließe ich den Rucksack ein und mache mich bei Sonnenschein auf in die Storgata um Gas zu kaufen. Beim DNT werde ich fündig und erstehe ich eine 450g und eine 230g Primus Gas-Kartusche. Anschließend kaufe ich im Coop am Hauptbahnhof noch Butter, Knäckebrot und ein Tube Mills Kaviar. Der Bus fährt erst um 13 Uhr und so lockt mich das nahe Opernhaus. Es ist schon ein obligatorischer Besuch, nicht nur wegen der Toilette, sondern auch wegen des Gebäudes. Auf dem Dach ist immer etwas los und so geht die Zeit schnell vorbei.

Um kurz nach 12 gehe ich zurück zum Bahnhof um mein Gepäck zu holen. Weiter geht es zum nahen Busbahnhof. Der NOR-WAY Bus der Linie Valdresekspressen ist schon eine halbe Stunde früher da und lässt uns auch schon einsteigen. Die meißten wollen nach Gjendesheim. Dort hat es gestern 70mm geregnet erzählt der Busfahrer. Der Bus ist modern ausgestattet und hat sogar USB-Anschluss am Platz, so dass ich noch einmal mein Handy aufladen kann.

NOR-WAY-Bus beim ZwischenstopNOR-WAY-Bus beim Zwischenstop

Die fünfstündige Fahrt führt über die E16 bis nach Fagernes. Dort gibt es eine kurze Pause und einige Fahrgäste vom Bus aus Bergen steigen zu. Wir passieren den Wintersportort Beitostølen. Wenig später verändert sich die Landschaft schlagartig. Wir sind nun oberhalb der Baumgrenze. In Bygdin steigen einige Wanderer zu, die ihre Tour schon hinter sich haben. Die Wiesen auf der Valdresflye sind nach dem Regen sehr feucht. Um zu viel Trockenheit muss ich mir wohl keine Gedanken mehr machen.

DNT-Hütte GjendesheimDNT-Hütte Gjendesheim

Um kurz nach 18 Uhr erreichen wir Gjendesheim. Der Bus hält direkt an der DNT-Hütte. Noch ist es trocken, auch wenn eine Wolke schon mit Regen droht. Bis zum Sonnenuntergang sind es noch zweieinhalb Stunden. Ich habe mir vorgenommen noch bis zum Bessvatnet zu gehen. Bis dahin sind es 3,5 Kilometer und 350 Höhenmeter. Der Weg geht direkt neben der Bushaltestelle los, hinauf auf den Gjendehalsen. Mit jedem Schritt komme ich höher und der Blick auf den Gjende-See wird besser. Müde Tageswanderer kommen mir vom Besseggengrat entgegen.

Zeltplatz am GjendehalsenZeltplatz am Gjendehalsen

Nach 45 Minuten habe ich den ersten Kilometer und 200 Höhenmeter geschafft. Es fängt an zu nieseln. Ein Blick Richtung Himmel verspricht nichts Gutes und so richtig Lust habe ich nicht gleich ordentlich nass zu werden. Die einzige Möglichkeit schon hier einen Zeltplatz zu finden scheint östlich von mir zu sein. Ich verlasse den Weg und stehe nach Überquerung einer Kuppe an einem Platz, wo schon öfters jemand sein Zelt aufgebaut hat. Eine kleine Feuerstelle und zwei flache Bierdosen sind eindeutige Kennzeichen. Wasser finde ich in einem kleinen Bach weiter östlich. Wenig später steht das Zelt und das Teewasser kocht. Anschließend gibt es Spaghetti Bolognese.

Abendstimmung am Gjende-See
Abendstimmung am Gjende-See

Am nächsten Morgen wache ich bei strahlend blauen Himmel mit Kopfschmerzen auf. Ich hatte es schon befürchtet. Zu stressig waren die letzten Tage und dann die lange Anreise. Ich liege fasst den ganzen Tag im Zelt und warte das es besser wird. Nur 100 Meter neben mir strömen die Massen wieder auf Besseggengrat, ohne von meinem Zelt Notiz zu nehmen. Ich bin froh, dass mein Notzeltplatz etwas verborgen ist. Einzig eine französischsprachige Familie tobt über die Hügel und das Zelt herum. Zum Abend werden die Kopfschmerzen besser und ich mag auch wieder etwas essen. Ich habe Appetit auf Cous-Cous mit Huhn in Pfeffersoße. Noch habe ich ja die volle Auswahl beim Essen.

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