Jotunheimen

Grosse Jotunheimen-Runde

16. Tag: Memurudalen · Memurubu · Hamnsanden

Hamnsanden

Der letzte richtige Wandertag beginnt mit einer sehr zögerlichen Sonne, die sich erst einmal hinter den Wolken versteckt. Zum Frühstück gibt es noch einmal Süßkartoffeln mit Apfel, Mandeln und Zimt. Für mich eine Alternative zum Müsli, welches ich nicht jeden Tag essen mag. Um halb elf habe ich alles gepackt und nehme die letzten Kilometer durchs Memurudalen zur Memurubu unter die Füße. Von dort will ich entlang des Gjende-Sees gehen und nicht über den Besseggen-Grat.

Am Ufer des Gjende-Sees bei MemurubuAm Ufer des Gjende-Sees bei Memurubu

Nach 75 Minuten erreiche ich die Brücke über die Muru. Auf der anderen Seite ist die Hüttenanlage Memurubu. Der Wegweiser nach Gjendesheim geht den Hang hoch. Ich bin mir nicht sicher, wo genau der Weg am See beginnt, denn auch der Wegweiser auf der Anlage zeigt dort lang. Also folge ich den Gjendesheim-Wegweiser und gehe hoch. Nach rund 200 Metern merke ich, das kann nicht sein und versuche es ein zweites mal auf der Anlage. Diesmal gehe ich in Richtung Rezeption auf der anderen Seite des Gebäudes und dort gibt es plötzlich zwei Richtungen nach Gjendesheim. Ich gehe den Weg hinunter zum See, vorbei an Zeltplatz und Bootsanleger.

UferwegUferweg

Ein schmaler Weg führt am Seeufer entlang. Es ist nicht viel Platz zwischen Steilhang und Wasser. Zwischen Birken schlängelt sich der Pfad leicht auf und ab, bis ein 40 Meter Anstieg kommt. Auch wenn er auf der Karte ersichtlich ist, so kommt er für mich irgendwie überraschend. Ich schwächel und bin froh als ich oben bin. Ich habe einen schönen Blick über den gesamten westlichen Teil des Gjende. Gleiches gilt wenig später für den östlichen Teil des Sees. Der Weg geht an blanken Felsen vorbei, zum Wasser geht es steil herunter. Ich nähere mich der Steilwand am Besseggengrat. Weit oben sehe ich dort Wanderer als kleine farbige Punkte aufsteigen. Ich passiere kurz nacheinander zwei Plätze, auf denen ein Zelt stehen könnte. Aus Platzmangel eine Seltenheit entlang des Weges.

Wasserfall vom Fluss aus dem BjørnbøltjønneWasserfall vom Fluss aus dem Bjørnbøltjønne

Das nächste Hindernis ist eine feuchte Felsfläche zu queren auf der noch die Reste eines umgeknickten Geländers herausragen. Zum Glück sind meine Sohlen griffig, den wer ausrutscht kann bis in den See rutschen. Ich passiere einen Bach, der im Bjørnbøltjønne seinen Ursprung hat. Er lädt zu einer kurzen Pause ein. Wenig später kommt ein weiterer Anstieg. Es geht steil 80 Höhenmeter an einer Felswand hoch. Beim Blick nach oben scheint es, als führe er gerade zum Besseggengrat rauf. Endlich bin ich oben. Zwei Wanderer machen am höchsten Punkt Pause und so gehe ich auf der anderen Seite gleich wieder runter. Der Abstieg ist gemächlicher. Am nächsten Fluss packe ich meinen Kocher aus und esse zu Mittag. Ich habe noch Kartoffelpüree mit Speck und Frühlingszwiebeln. Tagestourenwander kommen mir entgegen und es sind auch einige mit schweren Gepäck unterwegs.

Wenige Meter weiter kommt ein schöner Kiesstrand, der zum Baden einlädt. Drei Norwegerinnen, haben den schöneren Platz gewählt. Ich passiere nun die Steilwand unterhalb des Besseggen-Grat. Der Weg führt über Felsen und Geröllfelder, immer dicht am Wasser entlang. Für einen Übernachtungsplatz gibt es keinen Platz. Kurz vor Hamnsanden entdecke ich etwas unterhalb des Weges einen Zeltplatz, aber er ist dem Wind ausgesetzt.

Kiesbank von HamnsandenKiesbank von Hamnsanden

Um 17:30 erreiche ich Hamnsanden. Es gibt mehrere Grillstellen, bei denen man auch ein Zelt aufstellen kann. Es ist Sonntag abends und die Ferien sind in Norwegen bereits vorbei. Es ist niemand da und so kann ich mir den besten Platz aussuchen. Bis nach Gjendesheim am anderen Ende der Bucht sind es noch 2,5 Kilometer. Es gibt noch einmal Spaghetti Bolognese. Um 20:30 kommen die letzten Tageswanderer vorbei. Sie müssen sich etwas sputen.

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