Jotunheimen

Grosse Jotunheimen-Runde

10. Tag: Langvatnet · Semeldalsmunnen · Pass Rauddalsbandet · DNT-Hütte Olavsbu · Rauddalen

Über den Pass Rauddalsbandet ins Rauddalen

Am morgen bin ich froh einen geschützten Zeltplatz gefunden zu haben. Es weht ein kalter Wind und die Wolken hängen tief. Es sieht verdammt ungemütlich aus. Der Tag gestern war anstrengend und so ist es schon kurz nach 9 Uhr als ich mich aus den Schlafsack schäle.

Am Westufer des LangvatnetAm Westufer des Langvatnet

Langsam lösen sich die Wolken auf und ab und zu gibt es Sonnenschein. Die Gipfel der umliegenden Berge sind leicht verschneit. Nach dem Frühstück laufe ich noch zur Furt. Es ist deutlich weniger Wasser als am Abend, aber noch immer sind die ersten Steine nicht beim Ding. Zumal sich der Fluss vor der Mündung in den See Langvatnet aufteilt. Ich entschließe mich es dort zu versuchen.

Es ist schon 11 Uhr als ich endlich los komme. Ich steige zum Langvatnet ab und kann dort ohne große Probleme die einzelnen Arme passieren. Inzwischen sind bereits die ersten Wanderer aus Leirvassbu eingetroffen. Zwei Paare mit Hund, die ebenfalls Richtung Olavsbu gehen. Während das eine Paar schnell aus meinem Blick verschwindet, folgt das zweite Paar in meinem Tempo. Der Weg über die Wiesen ist ausgetreten und steigt gleichmäßig zum Semeldalsmunnen an.

Seen im Hochtal Semeldalsmunnen
Seen im Hochtal Semeldalsmunnen

Hier oben ist es bereits recht felsig. Nachdem ich den ersten See passiert habe fängt es an zu nieseln. Ein Blick zum Himmel und ich ziehe lieber die Regenjacke an. Kaum ist der Rucksack wieder zu, gefrieren die kleinen Tropfen und kommen als Minihagel runter. Ich suche etwas Schutz im Schatten eines großen Felsens. Der Spuk ist schnell vorbei und ich gehe weiter. Am zweiten kleinen See ist ein Geröllfeld zu queren und weitere Wanderer, die sich in die andere Richtung quälen, kommen mir entgegen. Sie haben weiter oben eben gerade Schneefall gehabt. Nun scheint die Sonne wieder.

Vor mir liegt nun der Anstieg zum Rauddalsbandet. Wie immer fragt man sich, wo denn da ein Weg lang gehen soll. Bei all den Steinen ist die "Rote T"-Markierung leicht zu übersehen. Und während ich immer noch damit rechne gleich nach links gehen zu müssen, führt sie mich direkt in den steilsten Bereich. Etwas Zickzack, zwischen zwei Altschneefelder durch und schon bin ich oben.

Auf der Passhöhe RauddalsbandetAuf der Passhöhe Rauddalsbandet

Ein Felsenlabyrinth mit kleinen See ist hier oben. Auf den Felsbändern ist es einfach zu gehen nur kommen dann schon wieder Geröllfelder. Bevor es in den Abstieg geht, mache ich eine Pause. Kaum sitze ich ohne Rucksack, kommt eine Wolke und es fängt erst an zu Regnen und dann schneit es kurz.

Blick ins westliche RauddalenBlick ins westliche Rauddalen

Ich kann inzwischen das westliche Rauddalen entlang schauen. Unten im Tal muss ich mich entscheiden wie ich weiter gehe. Nachdem es im Westen eher schlechtes Wetter angesagt ist, will ich nicht mehr nach Skogadalsbøen, sondern weiter nach Süden nach Fonsbu. Allerdings habe ich noch immer den Pass vom Rauddalsvatnet zum Øvre Mjølkedalen im Auge. Dafür müsste ich am Rauddalsvatnet zelten. Und ich brauche gutes Wetter, denn es geht bis 1600 Meter hoch. Beim Blick ins Rauddalen bin ich mir nicht mehr sicher, ob das die richtige Option ist. Die Berge der Hurrungane sind vor lauter Regenwolken nicht zu sehen. Und ob ich am Rauddalsvatnet zelten kann, ist von hier oben schlecht auszumachen.

Die DNT-Hütte Olavsbu im RauddalenDie DNT-Hütte Olavsbu im Rauddalen

Der Abstieg nach Olavsbu zieht sich hin. Auf der anderen Flussseite versuchen mehrere Leute ein Zelt im Wind aufzubauen. Der Wind fegt ganz schön durch das Tal. An der Hütte entschließe ich mich nicht zum Rauddalsvatnet zu gehen, sondern mit dem Wind von hinten ins östliche Rauddalen. Ich hoffe einen windgeschützten Platz zu finden.

Vorbei an kleinen Seen erreiche ich den ersten größeren. Es ist recht steinig hier, und wenn es grün und flach ist, dann ist es sehr feucht. Auf der anderen Talseite, zwischen Mjølkedalstinden und Snøholstinden, führt die Route nach Fondsbu entlang. Dort liegen viele Steine, mehr als im Rauddalen. Ich passiere die Wegweiser und orientiere mich höher im Hang wo es einige Hügel gibt. Wenig später stehe ich auf einer dieser Erhöhungen. Eine kleine Fläche ermöglicht das Zelt aufzubauen und ein Felsband und ein dicker Fels sorgen für Windschutz.

Zeltplatz im RauddalenZeltplatz im Rauddalen

Mit 8 Kilometern ist die Etappe heute recht kurz, aber nach dem gestrigen langen Tag ist es auch ganz gut. Ich hole aus einem nahen Bach Wasser. Fürs Abendessen ist es noch etwas früh und so gibt es erst einmal eine heiße Tasse Kartoffelpüree. Eigentlich wollte ich das ja Mittags essen, aber wenn so ungemütliches Wetter ist, packe ich die Sachen nicht so gerne aus. 3 Stunden später mache ich eine Portion Pasta. Wolken ziehen auf und umhüllen die Gipfel östlich des Veslådalen. Ohne Sonne wird es schnell kalt. Zeit für den Schlafsack.

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