Jotunheimen

Grosse Jotunheimen-Runde

14. Tag: Veslådalen · DNT-Hütte Gjendebu · Storådalen · Memurutunga-Ebene

Durch Veslådalen und Storådalen auf die Memurutunga

Morgens um 7:00 wache ich auf. Nach einer Tasse Tee und Toilettengang lege ich mich noch einmal hin. Die Wolken hängen noch tief über Gjende-See. Im Tal nutzen die Rentiere die Ruhe vor dem Wandereransturm und ziehen langsam talaufwärts. Um 8:00 fängt es an zu regnen, aber so richtig heftig. Davon hatte ich eigentlich genug.

Tief hängen die Wolken über den BergenTief hängen die Wolken über den Bergen

Ich frühstücke Grießbrei mit den restlichen Blaubeeren von gestern. Erst um 10 Uhr ist Schluss mit dem Wasser von oben und es ist auch sofort blauer Himmel ist zu sehen. Ich trockne das Zelt ab und warte bis es etwas trockener ist. Um 11 Uhr komme ich los. Mir kommen nun einige Wanderer entgegen. Der Weg lässt sich gut gehen, aber sowie es etwas steiler wird zieht mein Knie wieder.

Sommerbrücke über die VeslåeSommerbrücke über die Veslåe

Bis zur Gjendebu-Hütte sind es 5 Kilometer. Der Weg folgt dem Fluss und wechselt zwischen Tungepiggan und Gjendetunga die Flussseite. Die Sommerbrücke hat sogar auf einer Seite ein Geländer, welches mir jedoch beinahe zum Verhängnis wird. An einer vorstehenden Schraube bleibe ich hängen. Da ich schwungvoll unterwegs bin, verliere ich das Gleichgewicht und falle fast ins Wasser. Ein Stückchen weiter kommt ein Gatter, mit einem Hinweisschild man möge doch die Kühe in Frieden lassen.

Die DNT-Hütte GjendebuDie DNT-Hütte Gjendebu

Ab nun geht es durch einen Birkenwald. Von den Kühen sehe ich nichts, aber ich höre ihre Glocken bimmeln und ganz frische Kuhfladen säumen den Weg. Ich habe zwar immer das Gefühl es sei nicht mehr weit, aber dieser Teil zieht sich unheimlich hin. Schließlich komme ich an den Wegweiser zur Torfinnsbu über das Svartdalen. Und schon kommt das Hinweisschild zum Zelten in Hüttennähe. Über eine stabile Holzbrücke quere ich die Storåe und dann stehe ich vor der ältesten DNT-Hütte, der Gjendebu. Es riecht verführerisch nach Waffeln, ich höre irgendwo einen Staubsauger, aber niemand ist zu sehen. Ich schaue mich etwas um und nutze die Gelegenheit meinen Müll zu entsorgen. Der Ziploc-Beutel war schon fast voll.

Weg im StorådalenWeg im Storådalen

Um mir den steilen Anstieg auf die Memurutunga zu ersparen will ich über das Storådalen auf die Memurutunga-Ebene steigen. Der Weg ist zwar länger, aber mit dem schweren Rucksack und dem gezerrten Knie leichter zu gegen. Es ist erst 13 Uhr als ich die 5 Kilometer im Storådalen unter die Sohlen nehme. An der rauschenden Storåe geht es flussaufwärts. In einem Birkenwäldchen stehen die Rotkappen und warten nur darauf aufgesammelt zu werden. Da ich sie bis zum Abend transportieren müsste verzichte ich schweren Herzens auf eine weitere Pilzmahlzeit.

Ich passiere die Verursacher der vielen Kuhfladen. Sie liegen in der Sonne und lassen sich von all den Wanderer nicht stören. In der Ferne sehe ich den Hellerfossen. Wiesen, Blaubeeren und Weidebüsche wechseln sich ab. Von der Memurutunga fließen einige Bäche herab, die es problemlos zu überwinden gilt.

Steinmännchen beim Aufstieg auf die MemurutungaSteinmännchen beim Aufstieg auf die Memurutunga

Bergan komme ich nicht so gut voran und so erreiche ich nach 2,5 Stunden die Abzweigung auf die Memurutunga-Ebene. Unweit steht eine verschlossene Hütte, vor der bereits das erste Zelt steht. Der Einstieg ist recht steil. Der Weg zudem mehr ein Bachbett. Ich denke nicht lange nach, sondern gehe gleichmäßig Schritt für Schritt nach oben. Als ich das erste Mal nach untern schaue, bin ich überrascht wie hoch ich schon bin. Das Zelt an der Hütte wurde bereits umgezogen. Keine 20 Minuten brauche ich so für die ersten steilen 100 Höhenmeter. Ab nun geht es leicht bergan. An einem Fluss gibt es einen Zeltplatz, aber er ist recht windanfällig. Ich gehe weiter und hoffe auf einen besseren Platz.

Nach einer Stunde erreiche ich einen kleinen See und der vom weiter oberhalb liegenden Høgtungetjønne gespeist wird. Ein kalter Wind weht und es fängt an zu nieseln. Zeit einen Zeltplatz zu suchen. Weiter unten sieht es gut aus, aber als ich in die Senke gehe stellt es sich als Trugschluss heraus. Dafür bellt ein Hund, ohne dass ich ihn zu Gesicht bekomme. Er hört erst wieder auf, als ich wieder hoch gehe. Ich will schon aufgeben, als ich ein Stück weiter einen ebenen Platz finde. Steine verraten, meines ist nicht das erste Zelt was hier steht. Ein Felsen gibt etwas Windschutz, dass dürfte reichen.

Regen kündigt sich anRegen kündigt sich an

Ich verspeise gerade meine Pasta mit Lachs, als es komisch auf das Zelt platscht. Dann noch einmal. Es schneit. Und wie. Schwere, nasse Schneeflocken landen auf dem Zelt. Alle 15 Minuten klopfe ich von innen den Schnee vom Zeltdach. Für starke Schneefälle ist das Tunnelzelt bestimmt nicht ausgelegt. Immer wenn es leise wird und ich hoffe der Schneefall ist zu Ende, muss ich nur den Schnee abklopfen und es platscht wieder lauf auf das Dach. Um 22 Uhr bleibt es nach dem Abklopfen endlich leise. Ich schaue raus, nur noch wenige Flocken fallen. Dafür haben sich neben dem Zelt richtige Schneewände gebildet. Es sind mehrere Zentimeter Neuschnee gefallen. Wie das wohl morgen wird. Vielleicht hätte ich gestern nicht denken sollen die Gamaschen habe ich gar nicht gebraucht. Um Mitternacht fängt es an zu regnen. Es ist das letzte was ich von dem Tag mitbekomme, dann schlafe ich ein.

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