Kungsleden

Sechswöchige Wildniswanderung in schwedisch Lappland - Teil 3: Kungsleden

38/39: Gaskkasjohka · Sälkahütten · Tjäktjapass

Am Tjäktjapass

Nachts wache ich auf, denn eine vermeintliche Taschenlampe scheint in mein Zelt. Als ich rausschaue sehe ich den Vollmond an einem wolkenfreien Himmel. Schnell verkrümel ich mich wieder in den warmen Schlafsack. Um 5:00 wache ich wieder auf. Es regnet nun. Zum Glück hört es auf irgendwann wieder auf. Morgens ist es bewölkt, aber trocken. Im leichten Wind trocknet das Zelt ohne Probleme.

Um 10:30 verlasse ich meinen Nachtplatz. Mein erstes Ziel sind die rund drei Kilometer entfernten Sälka-Hütten. Dort will ich meinen Proviant aufstocken. Eigentlich wolle ich schon vor zwei Tagen an der Kebnekaise Fjällstation einkaufen. Da ich dort aber nie hinkam, habe ich inzwischen kein Knäckebrot mehr. Als erstes muss ich den Gaskkasjohka queren. Im Zickzack geht es über die verschiedenen Arme. Um 11:30 erreiche ich die Sälkahütten und suche sofort den Laden auf. Er hat zum Glück offen. Statt Knäckebrot kaufe ich deutsches Roggenvollkornbrot, dazu Tee, Salami, Schokolade und Blaubeersuppe.

Auf Höhe des Reaiddánjunni lassen sich wieder Renntiere blicken. Sie queren vor mir den Kungsleden. Auf einer Anhöhe grasen weitere, darunter auch wieder ein weisses Renntier. Ich mache wenig später Mittagspause. Richtiges Brot mit Salami - hmmm. Lange sitzen mag ich trotzdem nicht, denn ein eisiger Wind pfeift durch das Tal. Er kommt nun leider für mich von vorne. Ich bin mir nicht sicher ob es wirklich eine gute Idee ist auf dieser Seite des Tjäktjapasses zu zelten. Mir war zwar ein Platz empfohlen wurde, aber bei ihnen war das Wetter deutlich besser.

Ich strebe trotz aller Bedenken dem höchsten Punkt des Kungsleden entgegen. Ein leichter Nieselregen hat eingesetzt. Langsam ziehen die Berge vorbei und ich nähere mich dem Ende des Tals. Der Wind weht immer noch unangenehm. Der Weg wird immer steiler. Ich bin schon im steilen Anstieg zum Pass als es richtig anfängt zu regnen. Links vom Weg in einer Senke stellen andere Wanderer bereits ihr Zelt auf. Noch ein steiler Anstieg und dann ist der Meditationsplats erreicht. Auch auf diesem Sattel steht ein Zelt. Ein paar Meter weiter kann ich nach links auf den Winterweg abbiegen. Da mich auf der Nordseite des Passes eine Steinwüste erwartet, versuche ich lieber hier mein Glück. Zwischen zwei Felsen ist es zu meiner Überraschung windstill. Meines ist nicht das erste Zelt, welches hier steht. Mit super Ausblick, das ganze Tjäktjavagge entlang bis nach Kaitumjaure. Den Winterweg etwas weiter finde ich auch einen kleinen Bach vom Seitenhang, dessen Wasser mir unbedenklich erscheint.

Vom trockenen Zelt aus beobachte ich das Wolkenspiel im Tal. Ich entscheide mich heute für Kartoffelpüree mit Kassler und Sauerkraut.

Regentag am Pass

Es regnet die ganze Nacht hindurch und ich wache mit Kopfschmerzen auf. So ein Mist. Ich frühstücke und lege mich gleich wieder hin. Im Laufe des Vormittags lässt der Regen nach und ich kann wieder etwas weiter das Tal entlang schauen. Wirklich besser geht es mir noch nicht und so entschliesse ich mich für heute zu bleiben. Die Zelte um mich herum sind inzwischen verschwunden. Ich statte dem Meditationsplats einen Besuch ab und hole auch gleich neues Trinkwasser. Gegend Abend geht es mir etwas besser und ich verspeise den Mandelreis mit Hühnchen mit einem guten richtigen Appetit.

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