Wandern auf Mallorca

Eine Wanderreise durch die Serra de Tramuntana auf Mallorca im Mai

5. Tag: Valldemosa · Coll de Son Gallard · Reiterweg · Puig Des Pou · Deya

Salvators Reitweg - Camí de s'Arxiduc

Der Kleinbus bringt uns für unsere heutige Wanderung in das nördlich von Palma gelegende Valldemosa. Der Ort mit seinen kleine Altstadtgassen zieht heute viele Besucher an. Im Jahr 1838 verbrachte der Komponist Frederic Chopin zusammen mit der französischen Schriftstellerin George Sand zwei Monate, Valldemosa scheint immer noch von diesem Besuch zu Leben. Nach einem kurzen Blick auf das ehemaligen Kartäuserkloster streifen wir durch die Gassen.

Auffällig sind an den Häusern bunte Kacheln. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben der Heiligen Catalina Thomás, die hier geboren wurde. Langsam nähern wir uns dem nördlichen Ortsrand. Hier beginnt unsere heutige Wanderung, zuerst hinauf auf das bewaldete Plateau Pla des Pouet.

Wir folgen wieder einmal einen ehemaligen Köhlerweg, der uns durch Steineichenwald hinauf zum Coll de Son Gallard bringt. Hier legen wir an einer Steinbank eine Rast ein. Unmittelbar am Pass steht häufig eine Vogelfalle, in der Zugvögel gefangen werden. Davon ist nun allerdings nichts zu sehen. Wolkennebelschwaden ziehen hier oben durch die Bäume und sorgen für eine mystische Stimmung. So im Schatten wird es langsam kühl und wir setzten unseren Weg fort.

Auch wenn wir es auf den ersten Blick nicht sehen, wir haben den sogenannten Reiterweg erreicht. Diesen lies Erzherzog Ludwig Salvator von Habsburg anlegen. Im 19. Jahrhundert verliebte er sich in die Landschaft und kaufte nach und nach Grundstücke auf um die Natur und vor allem die Eichenwälder zu erhalten. Dies zu einer Zeit als die Eichenwälder grossflächig abgeholzt wurden um Kalk zu brennen.

Der Weg ist breit angelegt. Bodenunebenheiten wurden ausgeglichen und zwischen Stützmauern der Weg mit Geröll aufgeschüttet. Statt zu Pferd wandern nun ganze Scharen zu Fuss auf diesen alten Weg. Noch aber sind wir fast allein.

Es geht weiter bergauf. An einer Höhle mit einem neuzeitlichen Einsiedler vorbei erreichen wir schliessen das Plateau. Wir stehen an einer Abbruchkante. Unter uns das Nebelmeer, welches den freien Blick auf das Mittelmeer verhindert. Auf der anderen Seite ist der Blick frei zum Piug Teix, dessen Gipfel auf privaten Grund liegt und wir somit nicht erklimmen werden.

Auf den Puig Des Pou machen wir Pause. Noch immer steigt Nebel hoch und wir hoffen, dass sich die Schwaden noch rechtzeitig verziehen. Und tatsächlich lichten sich die Wolken während unserer Mittagspause und wir können wie geplant weiter nach Deya wandern. Dazu gehen wir erst einmal wieder ein Stück zurück. An einem Steinmännchen biegen wir ab um in das tiefe Tal abzusteigen.

In Deya kehren wir erst einmal ein. Bei Mandelkuchen, Salat und kühlen Getränken stärken wir uns für den zweiten Teil des Tages - das Besichtungsprogramm. Nachdem wir in Deya die Kirche samt Friedhof angeschaut haben fährt uns unser Bus nach Soller. Eigentlich haben wir noch den Besuch einer Bäckerei auf dem Marktplatz auf der Liste, aber als wir ankommen ist es geschlossen, für immer wie es aussieht. Nun zum Glück hatte ich schon Mittags den Mandelkuchen propiert.

Die Rückfahrt nach Port de Sóller ist mit der alten historischen Strassenbahn geplant. Am Bahnhof wartet bereits eine grosse Menschenmenge und uns vergeht die Lust uns lange anzustellen. Irgendwie ist es aber komisch, denn die Strassenbahn fährt vor dem Gebäude ab. Zum Glück haben wir jemand mit Spanischkenntnissen und so erfahren wir, dass wir einfach einsteigen können und die Tickets an Bord bezahlen können. Das Tram ist fast leer und die Menschenmenge entpuppt sich als Warteschlange für die Fahrt nach Palma.

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Karte
Profil
Valdemossa - Plateau: 1:00h
Plateau - Coll de Son Gallard: 0:15h
Coll de Son Gallard - Puig Des Pou: 0:50h
Puig Des Pou - Deya: 2:00h