Trekking-Ausrüstung

Trekking-Ausrüstung für eine mehrtägige Solotour

Zelt

Zelte gibt es in großer Auswahl und Preisklassen und es ist nicht so einfach sich für eines zu entscheiden. Das Zelt soll auf der einen Seite leicht sein und aber auch zuverlässig vor Wind und Regen schützen. In der Regel haben die Ultraleichtzelte wenig Schnickschnack, möglichst wenig Gestänge und Heringe und sind aus Ripstop-Nylon mit Silikon-/PU Beschichtung. Der Stoff dehnt sich bei Kälte aus und zieht sich bei Wärme zusammen.

Gerade auf meinen Trekkingtouren in Skandinavien muss ich mit richtig schlechten Wetter rechnen. Wenn draussen ein arktischer Sturm tobt und ich nur durch eine dünne Zeltplane von den Naturgewalten getrennt bin, bin ich mehr als froh, wenn die Nähte halten und der Stoff wirklich dicht hält. Es macht jedoch auch keinen Spass jeden Morgen in einer feuchten Höhle aufzuwachen, wenn eine schlechte Belüftung zu Kondenswasser führt.

Unterwegs mit dem Exped Spica II UL

Zeltplatz oberhalb der Baumgrenze am Alep VassjajåkåtjZeltplatz oberhalb der Baumgrenze am Alep Vassjajåkåtj

Nach guten Erfahrungen bei einer Tasmanien-Wanderung mit dem Tunnelzelt Andromeda der Schweizer Firma Exped, entschied ich mich für ein Solozelt des gleichen Herstellers.

Das Spica II UL ist ein 3-Saison-Tunnelzelt für bis zu zwei Personen, wobei es zu zweit schon sehr eng ist. Alleine ermöglicht die Größe jedoch den großen Rucksack mit ins Innenzelt zu nehmen. Mit 1.8 Kilogramm (inklusive extra Footprint) ist es nicht eines der leichtesten Ultraleichtzelte, aber die Qualität und Durchdachtheit meines ersten Zeltes hatten mich überzeugt und ich wurde nicht enttäuscht.

Zelt vom Fusse des SkrubbhamraneZelt vom Fusse des Skrubbhamrane

Inzwischen habe ich das Spica II UL bei vier Wanderungen in Südnorwegen und Nordschweden für insgesamt zwölf Wochen verwendet. Wie jedes Zelt hat es seine Vor- und Nachteile.

Es ist etwas anfällig für Seitenwind und sollte in Windrichtung aufgestellt werden. Bei Seitenwind oder stark wechselnden Winden ist durch den dann lauten Stoff kaum Schlaf zu finden. Am besten stand es mit dem Wind von hinten, dann konnten auch prasselnder Regen und Windböen meine Nachtruhe nicht stören. Zudem ist es ratsam bei Sturm die Heringe der vier seitlichen Abspannleinen mit einem Stein zu beschweren, so dass die Heringe durch die Vibration nicht heraus fliegen. Vorne habe ich eine weitere Leine angebracht, damit die Last nicht auf dem Reisverschluss liegt. Ausserdem ist es auch leichter das Zelt nachzuspannen.

Wintereinbruch auf der HøgtungaWintereinbruch auf der Høgtunga

Auch bei 24h Dauerregen, Hagel und sogar Schneefall hielt das Zelt dicht. Bei starken Schneefall sollte das Dach regelmäßig geräumt werden, damit die Dachlast nicht zu groß wird. Mit der Maßnahme bot es mir auch während eines überraschenden Wintereinbruchs mit mehreren Zentimetern nassen Neuschnee ein sicheres zu Hause. Die Stürme haben ihre Spuren hinterlassen und das Gestänge ist inzwischen leicht verbogen. Dieses schränkt ihre Funktion jedoch nicht ein.

ZeltZelt

Der Abstand zwischen Innen- und Außenzelt ist großzügig bemessen, so dass sich auch bei Seitenwind beide Stoffbahnen nicht berühren. Im vorderen Bereich reichen die 1 Meter Innenhöhe damit ich aufrecht sitzen kann, nach hinten flacht es ab. Kondenswasser bildet sich selten, da das Außenzelt eher knapp gehalten ist und es so sehr gut durchlüftet wird. Bei Wind kann es aber auch zugig sein.

Kocher im VorzeltKocher im Vorzelt

Das Vorzelt ist dreiecksförmig und sehr klein. Es reicht um die Schuhe zu deponieren. Kochen mit einem Gaskocher und auf dem Boden stehenden Brenner geht gerade so, allerdings kann ich das Zelt dann nicht verlassen. Benutzen zwei Personen das Zelt, können so noch nicht einmal die Rucksäcke trocken untergestellt werden. Etwas mehr Platz wäre hier schon schön.

Durch die temperaturabhängige Ausdehnung des Silikonstoffes sollten die Abspannleinen des Zeltes nach Sonnenuntergang nachjustiert werden. Morgens dagegen empfiehlt es sich diese wieder etwas zu entspannen, da durch das Schrumpfen bei Wärme die Nähte unnötig belastet werden.

Hat es in der Nacht geregnet, trockne ich das Zelt nach dem Aufstehen mit einem Tuch ab. Es trocknet so schneller im Wind und ich kann es trocken einpacken.

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