Gletscherwelten im Wallis

Auf der Haute Route von Chamonix nach Zermatt im Sommer

5. Tag: Glacier du Mont Collon · Col de l'Eveque · Haut Glacier d'Arolla · Plans de Bertol · Cabane de Bertol

Von der Cabane des Vignettes zur Cabane de Bertol

Ein langer anstrengender Tag steht uns bevor. Bevor die Sonne den Schnee wieder zum schmelzen bringt wollen wir den Gletschersumpf hinter uns lassen. Abmarschzeit ist 5 Uhr und so stehen wir kurz nach vier auf. Wir gehen den Weg von gestern bis zum Col de Chermotane auf dem Glacier d'Otemma zurück. Von dort geht es weiter nach Osten. Wir steigen über den Glacier du Mont Collon auf. Der Mont Collon beherrscht die Landschaft für den Vormittag, denn eigentlich gehen wir einmal um ihn herum.

Blick vom Col de l'Eveque über den Glacier du Mont Collon zum Aiguilles Rouges d'ArollaBlick vom Col de l'Eveque über den Glacier du Mont Collon zum Aiguilles Rouges d'Arolla

Zwischen Petit Mont Colon zur Rechten und L'Eveque zur Linken hindurch erreichen wir den Col de l'Eveque. Und damit Italien. Vorm anschliessenden Abstieg ist Zeit für eine verdiente Pause. Etwas trinken, Sonnebrille herausgesucht, einen Riegel einschieben und ein paar Fotos gemacht und schon geht es wieder weiter. Nach wenigen Metern sind wir zurück in der Schweiz.

Der Abstieg ist am Anfang steil und es gibt viele Spalten. Wir passieren die Stelle ohne Probleme und erreichen einen Felsen mit Wegmarkierungen. Zeit um Steigeisen und Seil wieder zu verstauen. Die Route führt über den Haute Glacier d'Arolla. Genauso wie der untere Teil des Glacier d'Otemma am Vortag ist das Eis blank und kann ungesichert von uns begangen werden.

Wir passieren Geräte eine mobilen Wetterstation und auch der Gletscher an sich scheint unter Beobachtung von Messgeräten zu stehen. Die Route führt auf der anderen Seite über das Geröll der Moräne. Auf dem Weg lässt es sich gut gehen, aber etwas daneben ist das Geröll lose.

Blick ins BertoltalBlick ins Bertoltal

Schliesslich haben wir wieder festen Boden unter den Füssen. An einigen grossen Felsen machen wir eine Pause. Es ist Zeit für die Sommerhose. Und nun steht der Anstieg hinauf zur Bertolhütte an. Erster Abschnitt ist der Aufstieg zur Plans de Bertol. Hier treffen wir auf die anderen Seilschaften, die den schönen Platz für eine Pause nutzen. Auch wir geniessen noch etwas Rasen bevor es wieder zu Schnee und Eis geht.

Der 600 Höhenmeter-Anstieg beginnt in Serpentinen als Bergwanderweg. Am Fluss entlang geht es stetig bergan. Die Sonne scheint und entsprechend schnell ist uns warm. Als wir das Schneefeld erreichen wird es Zeit für die Steigeisen. Nächstes Ziel ist ein Felsen, der in der Mitte des Galcier de Bertol herausragt. Über ihn führt die Route als Klettersteig. Mein erster Klettersteig und das gleich mit Steigeisen nach einem langen Tag. Mein Puls schnellt hier auf 3100 Meter mit grossen Rucksack auf dem Rücken schon bei der ersten Leiter nach oben. Die nächste Leiter geht schon besser und ich kriege langsam Übung mit dem Einhacken zur Sicherung.

Cabane de BertolCabane de Bertol

Oben angekommen blicken wir schon auf den sehr speziellen Zugang zur Bertolhütte. Da sie oben auf den Felsen wie ein Adlerhorst gebaut ist, wurden Leitern an den Felsen montiert. Über diese müssen wir nun aufsteigen. Da einige den Gruppen den Klettersteig umgangen sind und die offentsichtlich schneller ist, haben wir nun Anschaungsunterricht. Das letzte Schneefeld gilt es noch zu queren und dann im steilen Gelände die Steigeisen abnehmen und verstauen. Anschliessend mühe ich mich Stufe für Stufe die Leiter hoch. Und dann bin ich oben.

Da es bereits um drei Uhr die nacht für uns vorbei ist gehen wir früh ins Bett. Um neun liegen wir alle in den Federn und können nach der langen Tour auch gut schlafen.

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