Wintereinbruch auf dem Fernwanderweg E5

Transalp - Zu Fuß über die Alpen von Oberstdorf nach Meran

2. Tag: Von der Kemptener Hütte durch das Höhenbachtal am Simsfall vorbei nach Holzgau im Lechtal. Nach der Mittagspause Fahrt ins Madautal und Aufstieg zur Memminger Hütte.

Von der Kemptener Hütte zu Memminger Hütte

Bei 0° Celsius wird uns schnell warm

Aufstieg zum MädelejochAufstieg zum Mädelejoch

Die Nacht war doch nicht so kalt wie befürchtet. Das Frühstück ist gut. Es schneit nicht mehr und das Thermometer zeigt 0° Celsius. Schnell noch den Wasservorrat auffüllen, in die teilweise noch feuchten Klamotten und wenig später sind wir abmarschbereit. Wir können sogar sehen wo wir hoch müssen, nur vom Weg ist nichts zu erkennen.

Das Tempo ist wie gehabt. Langsam und gleichmäßig, stetig voran, durch den tiefen Schnee dem Mädelejoch auf 1974m entgegen. Fotografen und Ständig-Pausen-Macher laufen hinten, so kann jeder das Tempo gehen welches er will. Oben am Pass angekommen gibt es eine kurze Pause an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Vor uns öffnet sich der Blick auf die Lechtaler Alpen.

Abwärts in das Lechtal

Abstieg in das HöhenbachtalAbstieg in das Höhenbachtal

Steil bergab geht es wieder runter. An der Roßgumpenalm ist Zeit für einen Tee, die Knie danken für die Pause. Eine Fahrstraße entlang geht des durch das Höhenbachtal Richtung Holzgau. Die Super-Platiktüten-Klebeband-Gamaschen von Jürgen werden von jedem Spaziergänger bewundert. Die Blicke sind einmalig. Auf den ersten Blick sehen die Gamaschen auch irgendwie wie ein Gipsbein aus. Das Mittagessen ruft und so düsen wir vorbei am Simsfall und wenig später sitze ich vor einer dampfenden Suppe und einem leckeren Apfelstrudel.

Aufstieg zur Memminger Hütte

Letzter Anstieg, vorbei an EiszapfenLetzter Anstieg, vorbei an Eiszapfen

Für die Strecke durch das Madautal steht zwei Sammeltaxi bereit. Zusammen mit der Gruppe von der Konkurrenz quetschen wir uns hinein und fahren zur Materialseilbahn der Memminger Hütte (2242m). Wir schummeln also etwas und lassen die Rucksäcke hoch schweben. So erleichtert beginnt der Aufstieg zur Hütte. Wir erreichen schnell die Schneegrenze, aber dieser liegt nicht so hoch und das gehen geht leicht von der Hand. Gamse und Steinböcke finden sich ein, kleine Lawinen gehen ab und leichtes Schneetreiben setzt kurz vor Erreichen der Hütte ein. Mit Sonnenuntergang vom Seekogel wird es also nichts. Dafür führt Willi seine Badehose mit Rücksack, Stöcken und Wanderschuhen vor der Hütte vor. Schließlich stand sie auf der Packliste und soll zumindest einmal getragen werden.

Resteessen die zweite

Auch hier ist Resteessen angesagt, morgen wird die Hütte für den Wnter geschlossen. Neun Leute haben Hausmannswurst mit Sauerkraut bestellt, aber nur sechs Paar gibt es noch. Wir teilen und haben mehr als genug. Die Teeauswahl ist auch beschränkt auf Schwarzen- oder Kamillentee. Wein und Bier gibt es genug und auch das Skiwasser geht nicht zur Neige.